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Kategorie: Allgemein

  • Februar 2017- Februar 2018 am Schlossgymnasium: Frau Qin Qin aus China

    Februar 2017- Februar 2018 am Schlossgymnasium: Frau Qin Qin aus China

    [su_box title=“Februar 2017- Februar 2018 am Schlossgymnasium: Frau Qin Qin aus China “ style=“glass“ box_color=“#1a4bc7″ title_color=“#ffffff“ radius=“7″]

    Im  Rahmen eines Programms des Deutschen Außenministeriums und des PADs (Pädagogischen Austauschdiensts) in Bonn ist eine chinesische Deutschlehrerin für ein Jahr an unsere Schule gekommen: Frau Qin Qin aus Chengdu, der Hauptstadt der Provinz Sichuan und 15-Milllionen Metropole. Ihr Aufenthalt in Deutschland dient ihr zur Weiterbildung, indem sie in Unterrichtstunden  in Deutsch und anderen Fächern  hospitiert und auch mithilft zu unterrichten. Gleichzeitig kann sie als erfahrene Sprachpädagogin mit ihren muttersprachlichen Kenntnissen das Fremdsprachen-Profil  unserer Schule sehr bereichern.

    [su_spoiler title=“Interview der Klasse 10d mit Frau Qin“ icon=“arrow“]

    Wie kamen Sie dazu, nach Deutschland zu kommen?

    Da ich Lehrerin bin, ist mein Leben eine ziemliche Routine, an der ich bis ich hierher kam nichts ändern konnte. Ich lebte ständig nach dem Verlangen nach etwas Neuem. Eines Tages hörte ich von dem Programm des PAD (Pädagogischer Austauschdienst) und wollte diese Chance ergreifen. Jedoch ist es undenkbar in China, dass eine Lehrkraft für längere Zeit fehlt; also war es sehr schwierig die Erlaubnis der Schulleitung zu bekommen. Deutschland unterstützte mich dabei sehr.

    Wie lange werden Sie in Deutschland bleiben?

    Ein Jahr insgesamt. Ich bin im Februar gekommen und fliege wieder im Januar zurück.

    Welche Fächer unterrichten Sie?

    In China unterrichte ich das Fach Deutsch, also nur ein Fach, da man bei uns nur ein Fach studieren muss.

    Wie kamen Sie auf die Idee, Deutsch zu lernen? 

    Die Deutschlehrer in China sagen immer: Deutsch lernen, das ist Zufall, es ist aber auch Schicksal. So war es auch bei mir.

    Was sind die Unterschiede zwischen dem Schulsystem in China und dem in Deutschland?

    Diese beiden Schulsysteme sind sehr unterschiedlich. In Deutschland sind die Schüler viel freier, sie haben mehr Rechte und mehr Freizeit. Außerdem sind die Schulen in China nicht wie in Deutschland in Gymnasium, Gesamtschule und Realschule aufgeteilt, sondern in „gute“ Schulen und „schlechte“ Schulen. An dem Internat, wo sie unterrichtet werden, müssen die Schüler schon um 6.30 Uhr aufstehen, denn um 7.20 Uhr fängt der Unterricht an. Dieser geht dann oft bis 22 Uhr. Zwischendurch haben sie 1,5 Stunden Mittagspause. Obwohl der Unterricht so spät endet, müssen die Schüler oft noch Hausaufgaben in der Nacht machen. Viele Schüler müssen trotz all dem Unterricht am Wochenende noch Nachhilfe nehmen um durchzukommen. In China sind Fächer wie Mathe und Chemie besonders wichtig, während Fächer wie Sport, Kunst und Musik nur eine Stunde die Woche unterrichtet werden. In China ist der Leistungsdruck auch viel höher als in Deutschland.

    Was halten Sie von uns deutschen Schülern?

    Viele sagen, dass chinesische Schüler disziplinierter und höflicher als deutsche Schüler sind. Aber ich sehe es anders: Deutsche Schüler sind normalerweise aktiv, sie können ganz klar ausdrücken, was sie meinen und wollen. Sie halten ihre Rechte und ihre Freiheit für sehr wichtig. Die meisten von ihnen sind sehr selbstbewusst; von klein auf sind sie oft von der Familie, von der Schule und Gesellschaft so erzogen, dass jeder einzelne ganz besonders ist und eigene Stärken hat. Es gefällt mir sehr, dass sie im Unterricht so aktiv und motiviert sind, um fast alles kreativ mitzumachen. Chinesische Schüler wären sicherlich sehr neidisch, wenn sie wüssten, wie viel Freizeit deutsche Schüler für Hobbys und Sport haben. Im Vergleich zu chinesischen Schülern sind sie vielleicht lauter und offener, aber sie sind dabei nicht frech; vor Lehrern zeigen sie Respekt, in der Gesellschaft sind sie rücksichtsvoll und hilfsbereit; meistens halten sie sich sehr gut an die Regeln. Sie wissen dabei genau, wo die Grenze ist.

    Welche Vorurteile hatten Sie gegenüber Deutschland bevor sie hierhergekommen sind, und haben sich diese bestätigt?

    Das größte Vorurteil von mir ist wahrscheinlich das Essen. Als Chengduerin bin ich auf die Esskultur meiner Stadt unglaublich stolz. Der Geschmack von deutschem Essen ist für mich anders, vielleicht zu einfach und banal. Aber ich muss sagen, deutsche Lebensmittel haben eine sehr hohe Qualität. Alles ist sehr gut und streng kontrolliert.

    Wie gefällt Ihnen die Stadt Mainz?

    Meine Heimatstadt Chengdu ist mit 15 Millionen Einwohnern eine der größten Städte Chinas. Im Vergleich dazu ist Mainz sehr klein, aber gemütlich. Ich bin oft am Rheinufer spazieren gegangen und habe einmal sogar im Rhein geschwommen, alles gefällt mir sehr. Ich finde Mainz auch sehr schön, eine ordentliche Stadt mit einer guten und verkehrsgünstigen Lage zu den anderen großen Städten in der Nähe. Die Mainzer sind insgesamt sehr nett.

     

    Was halten Sie von dem deutschen Essen?

    Das Essen in Deutschland ist sehr anders als in China. Im Norden Chinas isst man viele Nudeln, im Süden viel Reis. So etwas wie Brot gibt es bei uns nicht. Ich finde deutsches Essen zu salzig, manchmal auch zu süß. Der Kuchen schmeckt allerdings sehr gut. Auch das Eis ist in Deutschland lecker und viel billiger als in China. Dort kostet eine Kugel Eis circa 4 Euro!

    Kommen Sie gut mit Messer und Gabel klar?

    Ich war schon mehrfach in Deutschland, deswegen ist es für mich kein Problem; allerdings fällt es vielen Chinesen schwer mit Messer und Gabel zu essen.

    Welche Musik hören Sie gerne?

    Die moderne chinesische Musik gefällt mir nicht so gut, ich mag lieber klassische Musik, aber in der Regel höre ich westliche Musik.

    Wie finden Sie deutsche Musik?

    Ich kenne nicht so viele deutsche moderne Musik, nur die bekanntesten, z.B das Lied „Achterbahn“. Ich finde eigentlich deutsche Musik nicht schlecht und benutze sie gerne als Unterrichtsmaterial. Das alte Lied „Deutschland“ von den Prinzen ist bei chinesischen Schülern sehr beliebt.

    Sie leben jetzt schon seit zehn Monaten in Deutschland und sind sicherlich dem einen oder anderen deutschen Kollegen begegnet. Was halten Sie von deutschen Männern?

    Sie sind sehr freundlich, nett, liebevoll, charmant und Gentlemen. Viele können sogar gut kochen. Von den Kolleginnen aus anderen Ländern habe ich auch etwas vom guten Ruf der deutschen Männer gehört. Sie helfen viel im Haushalt und kümmern sich um ihre Kinder – in China ist das eher selten der Fall! Vielleicht liegt das daran, dass deutsche Frauen im Vergleich zu chinesischen unabhängiger und emanzipierter sind.

    Was war ihr schönstes Erlebnis hier in Deutschland?

    Ich bin sehr viel gereist, habe viel erlebt und sehr viele schöne Orte gesehen. Unter anderem war ich in Berlin und München und fand beide Städte besonders attraktiv. Die Hauptstadt Berlin, die ich nicht als ‚politisch‘ bezeichnen würde, hat mir gut gefallen – so wie ich in einem Zeitungartikel gelesen habe: Berlin, arm aber sexy.

    In Mainz fand ich besonders den Rosenmontag toll. Das war ein sehr aufregendes und unvergessliches Erlebnis.

    Was vermissen Sie in Deutschland? Haben Sie manchmal Heimweh nach China?

    Ich vermisse meine Familie, vor allen Dingen meinen Sohn. Aber wir haben zum Glück durch das Internet miteinander Kontakt, also ist es nicht ganz so schlimm. Als ich mich in den Tagungen mit Lehrern aus den anderen 17 Ländern getroffen habe, die ebenfalls an dieser Fortbildung teilnehmen, hatte interessanterweise niemand wirklich Heimweh. Deutschland gefällt uns wirklich sehr gut.

    In China gibt es doch chinesische Sternzeichen. Inwiefern unterscheiden sich diese von denen, die wir in Deutschland haben, und welches haben Sie?“

    Die Sternzeichen in China sind dieselben wie in Deutschland, ich bin Skorpion.

    Wenn Sie Skorpion sind, hatten oder haben Sie ja bald Geburtstag. Feiern Chinesen ihren Geburtstag genau so wie die Deutschen?

    In China feiern wir Geburtstag meist mit Familie und Freunden zusammen. Oft gehen wir an diesem Tag etwas besonderes essen und trinken. Manchmal gibt es auch eine kleine Party zu Hause. Karten spielen ist bei uns am beliebtesten, Leute können auch Musik hören oder ein bisschen singen. Ich mag tanzen, leider mögen nicht viele Chinesen tanzen.

    Hier noch eine etwas hypothetische Frage: Würden Sie lieber ein Jahr auf Reis oder ein Jahr auf ihr Handy verzichten… und warum?

    Erstens, ich mag Reis nicht. Zweitens, ich gehöre zu den 95% der Chinesen, die an keinem Tag auf ihr Handy verzichten würden.

    Vielen Dank für Ihre Antworten!

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  • 07.03.17: Wahl des neuen Vorstandes des Fördervereins – Verabschiedung engagierter Vorstandsmitglieder

    07.03.17: Wahl des neuen Vorstandes des Fördervereins – Verabschiedung engagierter Vorstandsmitglieder

    Bei der Mitgliederversammlung am 7. März  2017 wurde der neue Vorstand des Fördervereins gewählt.

    Wiedergewählt in ihren Ämtern wurden
    • Dr. Daniel Schmitz als erster Vorsitzender
    • Harald Zerbe als zweiter Vorsitzender

    Zur neuen Kassenwartin wurde Dr. Christiane Hansen, zur neuen Schriftführerin Anja Grieme gewählt.

    Weitere Beisitzer im neuen Vorstand:
    • Dr. Claudia Knoop-Weil
    • Prof. Dr. Thomas Palberg
    • Dr. Sonja Gradl
    • Ralf Allmannsdörfer
    • Andreas Kohrn
    • Jürgen Hübner
    • Ina Schäfer

    Die neu gewählten Vorstandsmitglieder haben am Schlossgymnasium Kinder in unterschiedlichen Jahrgangsstufen, sind engagiert als Lehrer an der Schule, oder waren selbst Schloss-Schüler.

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    Während der Mitgliederversammlung wurden drei langjährige engagierte Mitglieder  – Ulrike Müller, Andreas Gruschkus und Ralf Westphal –  herzlich mit Gesang, Blumen und mehr verabschiedet. Dr. Schmitz bedankte sich für ihren langjährigen Einsatz zum Wohle des Schlossgymnasiums und drückte seine Zuversicht aus, dass sie als Mitglieder des Fördervereins der Schule weiterhin verbunden bleiben.

    Im Rechenschaftsbericht des Vorstandes wurden auch die zahlreich geförderte Projekte des letzten Jahres  noch einmal vorgestellt, ebenso wie diverse bereits geplante Förderungen für das jetzige Jahr, so z.B. die  Renovierung und Ausstattung des Oberstufenraumes.

     

     

  • Februar 2015: Schulsieger Jugend debattiert ermittelt

    Februar 2015: Schulsieger Jugend debattiert ermittelt

    Kristina Gasthofer (Jgst. 11) und Vincent Klippel (Jgst. 12) sind unsere diesjährigen Schulsieger des Wettbewerbs „Jugend debattiert“. In einer spannenden Debatte bewiesen sie ihr Können und überzeugten die Schülerjury. Nach einem Schulsiegertraining, das sie gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern anderer Mainzer Gymnasien noch absolvieren werden, vertreten sie das Schlossgymnasium Mitte März 2017 beim Regionalentscheid – dafür wünschen wir euch viel Erfolg!

  • Jugend-trainiert-für-Olympia-Regionalentscheid 2017:3. Platz für Schlosshandballer

    Jugend-trainiert-für-Olympia-Regionalentscheid 2017:
    3. Platz für Schlosshandballer

    Am 21.02.2017 haben die Handballer des Schlossgymnasiums beim Regionalentscheid des Jugend-trainiert-für-Olympia-Turniers in Ludwigshafen in der Altersgruppe WKI den 3. Platz belegt. Trotz der Niederlage gegen das Team aus Haßloch ist das bemerkenswerte Unentschieden gegen die sehr stark aufgestellte Mannschaft aus Ludwigshafen-Mundenheim hervorzuheben. Unser Team hat stark gespielt und gekämpft und kann sehr stolz auf seine Leistung sein.

    Wir gratulieren ganz herzlich!

    Für das Schlossgymnasium spielten:

    Dominic Condric, Jonas Franck, Sebastian Schuh, Andreas Filippi, Tim Noack, Peter Kögler, Tim Köster, Michael Gierlich, Benedikt Arnold, Robin Göbel und Leon Becker

    Betreuer:

    Leonhard Hell und Hanna Stoll

  • Leistungskurs rekonstruiert evolutive Stammbäume im Naturhistorischen Museum

    Leistungskurs rekonstruiert evolutive Stammbäume im Naturhistorischen Museum

    Der Leistungskurs Biologie besuchte in seiner letzten Doppelstunde vor der Pause vor dem mündlichen Abitur 2017  das Naturhistorische Museum Mainz. Die Schülerinnen und Schülern, einige von ihnen schon in Fastnachtsstimmung, analysierten  an den Exponaten den Stammbaum der Pferde und Rüsseltiere.

  • Die Gastarbeiter der ersten Generation im Dialog mit Jugendlichen von heute

    Die Gastarbeiter der ersten Generation im Dialog mit Jugendlichen von heute

    Dokumentation von Erinnerungen als Teil der Mainzer Stadtgeschichte
    Eine Oberstufen-AG aus rund fünfzehn Schülerinnen und Schülern unterschiedlichster Herkunftsländer führt seit Herbst 2016 in Zusammenarbeit mit Frau Canpolat und Dr. Ute Engelen vom Stadthistorischen Museum und dem Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. Interviews mit in Mainz lebenden ehemaligen Gastarbeitern durch. An der Schule wird das Projekt betreut von Frau Zehender und Herrn Hawner.

    Hierbei werden zum einen die Erfahrungen und Lebenswege, Hürden und Erfolge der Integration der Gastarbeiter nachgezeichnet, die zu unterschiedlichen Zeiten und aus verschiedenen Ländern nach Mainz kamen. Zum anderen sollen diese Biographien auch in Bezug zu heutigen Migrationserfahrungen, v.a. unserer Schülerinnen und Schüler und der AG-Teilnehmer gesetzt werden.

    Beides soll im kommenden Jahr in Form einer Wanderausstellung dokumentiert und von unseren beiden Kooperationspartnern wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden.

    Ehrungen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der „Gastarbeiter-AG“ durch Herrn Hawner am 30.06.17
  • 31.3.2017:  Interkultureller Austausch mit Eltern bei Kaffee und Kuchen

    31.3.2017: Interkultureller Austausch mit Eltern bei Kaffee und Kuchen

    Der SEB lädt unsere vor kurzem nach Deutschland gekommenen Schülerinnen und Schüler, die Schlosspaten und ihre Eltern zu einem interkulturellen Austausch bei Kaffee und Kuchen in unsere Schule ein:

  • Zu Besuch im Sozialkunde-LK 12: Tobi Rosswog erklärt seine Vision vom geldfreien Leben

    Zu Besuch im Sozialkunde-LK 12: Tobi Rosswog erklärt seine Vision vom geldfreien Leben

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    Tobi Rosswog – Geldfreier Leben / Wandel zu einer nachhaltigeren Gesellschaft?

    Tobi Rosswog scheint auf den ersten Blick ein ganz normaler junger Mann zu sein.  Er trägt ein Markenhemd und seine langen Haare in einem Dutt.  Allerdings kennt er die Marke des Hemdes nicht und hat es, unabhängig von Geschmack und Preis, einem Gemeinschaftsschrank entnommen.  Was ihn von anderen in seinem Alter unterscheidet, ist eindeutig die Einstellung gegenüber dem Konsum und dem damit verbundenen Geld.
    Tobi hat am 14. Februar 2017 unseren Sozialkunde-Leistungskurs mit der Absicht besucht, uns sein Konzept der Utopie, die „stille Revolution“ vorzustellen. Er lehnt eine Tauschgesellschaft, auf welcher die Idee des Geldes basiere, ab. Für ihn stehen marxistische Werte im Vordergrund einer Gesellschaft: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.“ Damit einhergehend ist für Tobi der Wandel zu einer sozialeren Gesellschaft durch geldfreieres Leben ermöglicht.

    Ausführlich und anschaulich hat Tobi diesen Gedanken anhand zweier Jahre erklärt. Zu Beginn seines persönlichen „Experiments“ verschenkte Tobi all sein Geld und ging auf Reisen. Viele bezeichneten ihn zu dieser Zeit als Aussteiger, er selbst differenziert hier jedoch deutlich und sieht sich als Einsteiger in ein neues Miteinander. Ein weiterer bedeutender Unterschied liegt für Tobi in der Formulierung „geldfrei“. Ihm persönlich ist es besonders wichtig zu betonen, dass er sich frei gegen das Geld entschieden hat und nicht, wie andere, ohne Geld leben muss. Vollkommenheit ist es, welche er durch diese Erfahrung errungen hat. Trotzdem betont Tobi bei seinem Besuch immer wieder, dass dies ein individueller Entschluss sei, und er keine Anleitung für ein Leben ohne Geld liefern wolle. Vielmehr geht es ihm um seinen philosophischen Ansatz, welche ein mögliches Umdenken anregen könnte. Dennoch antwortet er begeistert auf viele Frage, vor allem bezüglich der praktischen Umsetzung.

    Nach den zwei Jahren ohne Geld, in denen er mit unzähligen Menschen über die tieferen Absichten seines Lebenswandels diskutierte, ist Tobi in den Bildungssektor eingestiegen und hält zahlreiche Vorträge, für welche er inzwischen auch Geld annimmt (wie viel, bestimmt der Zuhörer). Heute wohnt er in einer Wohngemeinschaft, welche nach seiner Vorstellung der Solidarität und in Anlehnung an Marx organisiert ist. Jeder zahlt monatlich so viel wie er kann. Tobi trägt die meisten Kosten und schläft in einem der kleinsten Zimmer. Nichtsdestotrotz stellt dieser Sachverhalt für ihn keine Ungerechtigkeit dar. Auf meine Frage, ob er nicht denke, dass der Mensch ein Egomane sei, entgegnete er, dass dies ganz in der Hand des Menschen läge. Außerdem glaubt er, dass die Prägung durch das Umfeld dazu beiträgt, wie ein Mensch seine Rolle in der Gesellschaft einnehme und nutze. So lebt beispielsweise ein Neugeborenes im Kollektiv. Tobi glaubt, dass das Kind durch die ihm vermittelten Werte, wie das Ablehnen von Eigentum, zu einem solidarischen Mitmenschen heranwachse. Der Kurs glaubt jedoch, dass auch dieses Kind, einmal in Kontakt mit der Konsumgesellschaft gekommen, die Lebensansicht des Umfeldes hinterfragen wird. Für welche Lebensweise es sich entscheiden wird, wird sich zeigen.

    Heute nutzt Tobi Geld nur für die nötigsten Dinge, wie Wohnen und Strom. Der Kühlschrank in der WG z. B. läuft nur in den drei Sommermonaten, ansonsten dient eine Plattform vor dem Küchenfenster als „Kühlregal“. Die benötigten Lebensmittel erhält die Gemeinschaft durch ein Abkommen mit dem benachbarten Supermarkt, sie werden per Fahrrad täglich abgeholt. Alles was nicht mehr verkauft werden kann, wird hier gerne genutzt.  Tobi möchte keine aktive Nachfrage gestalten, um das, laut ihm viel zu große, Angebot zu senken. Um seine Lebenseinstellung außerhalb der Vorträge weiter zu geben, veranstaltet Tobi beispielsweise „vegane Mitmachbrunchs“, bei welchen er versucht die Idee des Tauschens zu unterbinden. Vielen Menschen falle es viel schwerer zu nehmen, als zu geben, so Tobi. Bei seinem Brunch geht es jedoch darum zu nehmen. Wer möchte kann geben, jedoch nicht um das Nehmen zu „legalisieren“. Es sollte kein direkter Ausgleich stattfinden.

    Für Tobi muss zwischen Geben und Nehmen kein genaues Gleichgewicht herrschen, was eine Tauschgesellschaft durch Geld jedoch verursachen würde. Aufgrund dessen lehnt Tobi dieses Konzept ab und hält an seiner Utopie, der „stillen Revolution“ fest, deren Ziel eine echte nachhaltige Lebensweise ist. Denn momentan leben die Menschen in Deutschland weit über jene Verhältnisse, die der Planet allen dauerhaft ermöglicht. Und wenn es am Ende doch nicht zur großen Transformation kommt? Tobi entgegnet: „Dann ist es eben so. Ich habe aber wenigstens das in meiner Macht Stehende versucht.“

    Für den Politikunterricht besonders interessant ist die Frage, warum Tobi nicht in die Politik geht, um die Welt zu verändern. Von einer Partei, so sagt er, wurde ihm sogar schon eine aussichtsreiche Kandidatur angeboten. Er räumt ein, dass keine Partei mit seinen radikalen Forderungen in der Lage wäre, demokratische Wahlen zu gewinnen. Deshalb ist sein friedlicher Weg das Umsetzen eines neuen Lebensstils in kleinen revolutionären Zellen – wie z. B. seiner WG.

    Dank Tobi hat der gesamte Kurs einen neuen Denkanstoß mit auf den Weg bekommen. Ob dieser positiv oder negativ bewertet wurde, blieb jedem selbst überlassen. Dennoch haben sich alle ihre Gedanken bezüglich des Themas gemacht und wilde Diskussionen entfachten in der anschließenden Pause. Insgesamt hat Tobis Vorstellung dazu geführt, den übermäßigen Konsum sowie sein System zu hinterfragen.Ganz allgemein gesagt hat uns Tobi ermutigt neue Möglichkeiten zu sehen und diese wahrzunehmen.
    An dieser Stelle möchte sich der Sozialkundekurs der Klasse 12 noch einmal für seinen Besuch bedanken!

    (Charlotte Allnoch, MSS 12)

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    Ein „geldfreies“ Leben – Warum Tobi Rosswogs Theorie nicht gesellschaftsfähig ist
    Ein Kommentar von Stefan Schmitz (MSS 12)

    Am Dienstag, den 14. Februar 2017 kam Tobi Rosswog in den Sozialkunde Leistungskurs der zwölften Stufe, um sich und seine Lebensweise vorzustellen. Für eine detaillierte Beschreibung der Lebensweise verweise ich auf Charlottes Artikel.
    Seine Lebensweise besteht darin, auf Geld und die damit verbundene Reziprozität (Leistung für Gegenleistung) zu verzichten, um langfristig einen gesellschaftlichen Wandel hin zu einer Teil- anstatt einer Tauschgesellschaft zu bewirken.

    Generell fand ich Tobi Rosswogs Besuch sehr interessant, da er mit seinen Theorien und Sichtweisen zum Überlegen anregte, jedoch bin ich der Auffassung, dass sie kritikwürdig sind und würde gerne erklären weshalb.

    Ein „geldfreies“ Leben, so wie er es sich in seiner Utopie vorstellt und versucht, in seiner Wohngemeinschaft am Lerchenberg zu leben, stößt bereits sehr früh an seine Grenzen. Eine dieser Grenzen ist er selbst. Für seine Vorträge an Universitäten und bei Fortbildungen verlangt er Geld.
    [su_highlight background=“#ea9a08″ color=“#ffffff“]Hier widerspricht Tobi Rosswog. „Das stimmt definitiv nicht“ schreibt er in einer Mail an den Kurslehrer, Herrn Kreußer. Den gesamten klarstellenden Text lesen Sie unter diesem Link[/su_highlight]
    Er tauscht also seine Dienstleistungen gegen Geld und dessen Wert, was in etwa die deutlichste Form von Reziprozität darstellt. Er begründet dies mit der Miete, die er für das Haus auf dem Lerchenberg bezahlen muss. Das ist in einer kapitalistischen Gesellschaft einleuchtend, jedoch ist es widersprüchlich zu der Idee, die er verfolgt, nämlich dass man die Reziprozität vermeidet. Er bezahlt Miete und bekommt im Gegenzug ein Haus zur Verfügung gestellt. Man kann also recht schnell erkennen, dass diese Idee nur sehr begrenzt umsetzbar ist, selbst bei einer so kleinen Gemeinschaft wie sie durch ihn und seine Mitbewohner dargestellt wird.

    Es fällt mir schwer zu glauben, dass diese Lebensweise, die nicht einmal auf einer solch kleinen Ebene funktioniert, in der näheren Zukunft gesellschaftstauglich wird. In einer Gesellschaft, in der alles gerecht und gleich geteilt würde, wäre der Anreiz auf Leistung sehr gering und damit die gesamte soziale Struktur gefährdet. Ähnliche Bedenken werden in der aktuellen Debatte über das bedingungslose Grundeinkommen geäußert.

    Eine weitere Grenze, an die seine angestrebte Utopie stößt, ist der Mensch selbst.
    Der Verzicht auf Reziprozität liegt meines Erachtens nach nicht in der Natur des Menschen. Mit Bezug auf Thomas Hobbes Menschenbild bin ich der Meinung, dass der Mensch an sich egoistisch ist und nach dem Erhalt seiner eigenen Existenz sowie dem Besitz materieller Güter strebt. Thomas Hobbes fasste dies mit dem Satz „Homo homini lupus“ („Der Mensch ist dem Menschen Wolf.“) zusammen. Der Mensch wägt zwischen Nutzen und Kosten ab und strebt nach dem größtmöglichen Nutzen im Austausch gegen die kleinstmöglichen Kosten (Rational Choice Theorien). Auch hier herrscht das Prinzip von Leistung für Gegenleistung.

    Ein Leben zu führen, ohne Geld zu verwenden halte ich zwar für schwierig, aber dennoch möglich. Ein „geld- und reziprozitätsfreies Leben“ nach Tobi Rosswogs Vorstellungen halte ich aber aus Gründen des mangelnden Leistungsdrucks und der egoistischen Natur des Menschen für unrealistisch und nicht umsetzbar wie man an seiner eigenen aktuellen Situation gut erkennen kann.

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  • Februar 2017: Watfordaustausch – Besuch im Rathaus

    Februar 2017: Watfordaustausch – Besuch im Rathaus

    Zum 52. Mal besucht eine Schülergruppe der Watford Grammar School for Boys das Mainzer Schlossgymnasium für einen Schüleraustausch.
    Dieses Jahr sind auch zwei Schülerinnen einer Watforder Mädchenschule dabei.

    Im Mainzer Rathaus wurden die 21 jungen Engländer von Dezernent Merkator empfangen, zum letzten Mal wie er mit Wehmut betonte. Dabei tauschte er sich mit den Jugendlichen angeregt über den kommenden Brexit aus und ließ sich von Ihren Lehrerinnen, Ms Webster und Ms Kotecha, über das abwechslungsreiche Programm informieren:
    Besuch der KZ-Gedänkstätte Osthofen, Besichtigung des Frankfurter Flughafens sowie der Innenstädte von Mainz, Wiesbaden und Frankfurt, Drucken im Gutenbergmuseum und natürlich viel Sport: Schwimmen, Bouldering und Kegeln.

    Fünf der englischen Gastschüler machen ein einwöchiges Betriebspraktikum beim SWR, in der Feldberg-Grundschule, im Music-Shop Liebig und im Blockwerk.
    Im Mai werden die englischen Schüler ihre in Mainz verbesserten Deutschkennnisse in ihren mündlichen Prüfungen unter Beweis stellen.

  • Betriebspraktikum: Prämierung der besten Präsentationen durch den Ehemaligenverein

    Betriebspraktikum: Prämierung der besten Präsentationen durch den Ehemaligenverein

    Am 10.02.2017 fand ein Wettbewerb der 10. Klassen statt: Sieben, zuvor ausgewählte Schülerinnen und Schüler durften ihre Praktikumspräsentationen, die sie am Tag der offenen Tür bereits vor den Neuntklässlern vorgetragen hatten, vor Mitgliedern des Vereins der Ehemaligen erneut präsentieren. Nach den überzeugend gehaltenen Vorträgen folgte die Prämierung der besten Präsentationen.
    Es war sicher keine einfache Aufgabe, einen Gewinner zu finden, aber nach kurzer Beratung verkündete die Jury die drei Gewinner:

    • Lilli Holzhäuser (10b)
    • Victoria Allmannsdörfer (10c)
    • Mats Dormann (10c)

    Der Verein der Ehemaligen hatte keine Kosten und Mühen gescheut und überreichte den diesjährigen Siegern je einen Tablet-PC.

    Vielen Dank für die produktiven Rückmeldungen, die wertvollen Tipps und selbstverständlich auch für die Preise!