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Kategorie: Schülerblog

  • Johannes Vermeer – ein einmaliges Erlebnis

    Johannes Vermeer – ein einmaliges Erlebnis

      geschrieben von Henriette
    12.06.2023

     

    Johannes Vermeer. Sobald man diesen Namen hört, denkt man automatisch an Das Mädchen mit dem Perlenohrring oder auch Dienstmagd mit Milchkrug. Außerdem gab es nie eine Möglichkeit alle, naja fast alle, Gemälde von Vermeer in einem Ort zu sehen. Bis jetzt.Bis zum 6. Juni gibt es in Rijksmuseum in Amsterdam die weltgrößte Vermeer Ausstellung, nur leider ist diese schon ausverkauft. Jedoch hatte ich das Glück während Fasnacht die Ausstellung besuchen zu können und ja, sie ist so großartig, wie The Guardian, The New York Times und viele andere Zeitungen berichten.

    Als Kunstliebhaberin befasse ich mich auch gerne außerhalb des Kunstunterrichts mit der Kunst und ihrer Geschichte. Insbesondere der Barock fasziniert mich mit seinen Symboliken, dem Chiaroscuro (Hell-Dunkel Kontrast) und der Darstellung von biblischen Figuren in alltäglichen und sehr menschlichen Situationen.

    Zwar ist Vermeer nicht mein Lieblingskünstler, aber er ist unter den Top 5. Weshalb das Besuchen der Ausstellung so besonders für mich war. Wir hatten aber auch Glück, dass wir noch Karten bekommen hatte, denn ein paar Wochen später waren alle Karten ausverkauft.

    Die Ausstellung zeigt 28 seiner 35 bekannten Werke und aufgeteilt sind sie in die verschiedenen Abschnitte seines Lebens. Man fängt an mit den frühesten seiner Werke, seinen Landschaftsportraits. Dann folgen seine späteren Werke, mit denen er seinen sehr persönlichen Stil der Malerei fand und auch welche Themen er malen wollte.

    Natürlich war es voll, durch die Besonderheit und Einmaligkeit der Ausstellung. Nichtsdestotrotz war es recht ruhig und man konnte die Gemälden und ihre Details wirklich aufnehmen, so wie es im Kunstunterricht nie möglich ist.

    Nicht nur kann man sich die Gemälde in Ruhe anschauen, man lernt auch viel über Vermeers Leben und zu seinem persönlichen Kunststil.
    Es war eine zauberhafte Mischung zwischen wunderschöner Kunst und informativen Texten, die einen dazu brachten die Kunst auf tieferen Ebenen zu verstehen und wertzuschätzen. Man hatte zwischenzeitlich das Gefühl, dass Vermeer selbst einen durch die Ausstellung führte und dass man seine Gedanken und Gefühle und Ideen kennenlernen durfte.
    Man war sich als Besucher doch bewusst, dass so eine Ausstellung nur einmal im Leben auftauchen würde und es ein wahnsinniges Privileg ist, 28 (von bekannten 35) Gemälde unter einem Dach zu sehen.
    Meine Gefühle zu beschreiben, wie es sich anfühlte in vor solchen einzigartigen Gemälden zu stehen, ist fast unmöglich. Es war schon immer ein Traum von mir, Das Mädchen mit dem Perlenohrring, Dienstmagd mit Milchkrug, Briefleserin am offenen Fenster, Die Heilige Praxedis und weiter Gemälde von Vermeer in Person zu sehen.
    Die Möglichkeit, die hoch angesehene Ausstellung in Amsterdam besuchen zu dürfen, fühlte sich für mich wie ein Traum an. Ich konnte es nicht fassen, dass ich einer der Personen sein durfte, die das Rijksmuseum betreten würde, um Vermeers Kunst mit eigenen Augen sehen zu können. Erst als ich vor den ersten Gemälden stand war mir bewusst, wie viel Glück ich hatte.

    In mir drinnen fand ein Tornado von Gefühlen statt. Natürlich musste ich mich benehmen, aber meinen Eltern war bewusst, wie sehr ich die Ausstellung schon liebte und gerne einfach ein paar Gemälde zurück nach Hause genommen hätte.
    Das wunderbare an Vermeers Kunst ist, dass er alltägliche und simple Momentaufnahmen zeigt, diese jedoch viele Emotionen darstellen und dem Besucher ein Gefühl der Gemütlichkeit gibt.
    Auch die Details in den Gemälden ist nicht zu vergessen. Vermeer malte ganze Landkarten, wie es in Die Malkunst oder Der Soldat und Das lachende Mädchen. Sel

    bst der Globus im Gemälde Der Astronom besitzt eine unglaubliche detailreiche Darstellung. Man wäre fast der Meinung, dass man sich ein Foto anschaut und kein Kunstwerk aus dem Barock.
    Wäre es möglich gewesen (und wäre zum Ende hin der Hunger nicht so stark gewesen), hätte ich noch eine zweite, vielleicht sogar eine dritte Runde der Ausstellung durchgezogen. Jedoch waren wir alle zu hungrig und unsere Füße schmerzten schon allmählich.
    Also war der letzte Stopp vor einem Restaurant natürlich der Museumsshop, wo ein paar Postkarten und andere Kleinigkeiten gekauft wurden, um dieses einmalige Erlebnis zu verewigen und festhalten zu können.

  • 65 JAHRE MAINZ-DIJON – Ein Kunstwerk

    65 JAHRE MAINZ-DIJON – Ein Kunstwerk

    geschrieben von: Niklas Metzler 

    Zur 65-Jährigen Städtepartnerschaft mit Dijon beauftragte die Stadt Mainz in Zusammenarbeit mit dem Haus Burgund ein Streetart Team mit einem Graffiti Projekt am Rheinufer auf der Höhe der Malakoff-Passage. Die Klasse 7a besuchte am 4.5 gemeinsam mit unserer Direktorin Fr. Groß und unserer Kunstlehrerin Fr. Schwitzgöbel das Streetart Team und erfuhren Vieles über den Beruf des Street Artist. Das Kunstwerk zeigt eine Frau, um deren Arm sich ein Stück Stoff windet, dass zu einer Welle wird. Das Graffiti ist in Blautönen gehalten. Das Kunstwerk war ab Montag (1.5) in Arbeit und ist mittlerweile abgeschlossen.

  • Matt Hinkleman – der amerikanische Sprachassistent

    Matt Hinkleman – der amerikanische Sprachassistent

    Interviewer: Tim
    07.03.2023

    Thank you for coming and answering the questions for our school magazine.
    I’m really excited to do that.

    First, where are you from?
    I’m from Fort Wayne, Indiana, which is of course in the US.

    Is it more like in the country or in the city?
    Fort Wayne is the second biggest city in Indiana only behind the state’s capital, Indianapolis. Fort Wayne is a decently sized city, it’s actually around the same size as Mainz here, in terms of population. But it’s kind of funny, because my mom said, that the family lives about an hour away from Fort Wayne and at this point it’s really farmland, really countryside. So once you travel a little bit outside of Fort Wayne and anywhere else in Indiana, it’s pretty much a lot of country.

    Do you have any brothers or sisters?
    Yes, I have an older brother and a younger sister. We’re all two years apart, so actually I just turned 25 on Tuesday so my brother is 27 and my sister is gonna be 23 in a couple of months.

    What are the differences between german and american schools?
    There are so many differences, I actually made a fun presentation about it. It’s one of my favourites to give, when an english speaking class is curious about it. But honestly at the conclusion of that presentation the main thing is that german students might be a little bit smarter because the curriculum in the class here is a bit harder than what I remember it being in my highschool. American students are definitely cooler than german students because in America we have a lot of sports, we have a lot of extracurricular activities, we have a lot of socialising outside of school and I just don’t see that happening here. So schoolwise it’s harder here than in the US, but the US has more opportunities for connecting with students and doing stuff outside of the classroom.

    And what are similarities?
    Obviously they’re both school, so we both come to school for a while and learn stuff in different subjects and I guess the subjects are pretty much the same, we have maths, we have history, we have different sciences, we have foreign languages. Basically it’s the same setup, it’s just executed differently. One example is, we also have foreign languages. Here you can learn English, Latin, French and also Spanish and in my highschool in the US we could learn German, French, Latin or Spanish also, so it’s kind of the same.

    Why did you come to Germany, especially to Mainz?
    I was really lucky and Mainz was completely random for me. I did chose Germany, so the program I applied for is called the Fulbright US student program. They basically send people who just graduated from university in the US over to different countries around the world to help assistant teach English and so I applied to Germany. I did that for a couple of reasons. For one I studied German at my highschool and I took a couple of German classes in college, so I had a very basic understanding of the language. I’m not very fluent, but I’m working on it. I really like the language because I started actually with Spanish when I was in school and I didn’t like Spanish that much, so I went to German and I really do like the language, even though it’s a little bit hard. And also my family a couple of generations down the line is german. My mom said I’m polish and from my dad’s side we’re german. But I don’t think I have any family I can find here in Germany because I think they came to the US, probably three or four great-grandfathers ago.

    What are you doing here in your freetime?
    I’m doing a lot of social stuff in my freetime. I’m hanging out with friends, there are a lot of good bars and dance clubs here in Mainz which I really like to go to. I also really like going to cafés, so a lot of my freetime is simply going to one of the cafés in town and bringing along a book and just drinking a coffee, eating a cake, reading a book, which is nice. But I started bouldering since the beginning of 2022, that’s been a really nice hobby to pick up, it keeps me fit and it’s really fun.

    When did you come here?
    I came here in September of 2021. My program was only supposed to go for ten months but around halfway through the first year I thought to myself „Wow, I really like Germany! I really like working as a teacher here!“ The students are great, the teachers are great, it’s a great situation here, Mainz is a great city. I wondered if I can go about trying to do this for another year. And there was a way to do that, so I applied to extend my contract for a year and with much luck I was approved and I’m back for another year, so I’ll be here until the end of June.

    Can you give some details about what your job is at our school?
    I’m only an assistant teacher, so basically I’m not very frequently leading a class by myself. I’m always working with another real teacher and my responsibilities are basically whatever they think they need help with or whatever they want me to do. So sometimes I’m sitting in a lesson and offering feedback here and there about how to pronounce a word or what’s a good synonym for a word or about the correct grammatical structure of something. And other times I’m giving presentations about the United States culture, my hometown or anything they might be curious about. Some of the cool topics I get to do are political ones. Some classes have had me talk about abortion in the US, Roe versus Wade and about gunownership in the US, because these are two really big issues. Sometimes I even go out in the hallway and chat with the students, so they can practice their english and I can correct them and they can practice speaking. I think speaking is probably one of the hardest things to pick up with language learning.

    Do you have any other jobs besides the one at our school?
    Yes, I work part time at a coffee roastery as a minijob. It’s called Maldaner and the roastery is placed in Wiesbaden, but I work at the Mainz location in the Altstadt just a couple of shifts a week. It’s a good situation because I work at the school four days a week and just one or two days in the café.

    Do you have any plans for the future?
    At the moment I’m trying to figure that out. Actually one thing I think I know is that I want to try to stay in Germany maybe long term because I really like it here. I think the quality of life here is better than the quality of life I had back in the US, just giving public transport and trains and the fact that healthcare is accessible. I’m thinking about trying to get my master’s degree here in Germany because also education is affordable here versus in the US and maybe keep going and get a PhD and maybe become a professor because I really enjoy teaching here. I think it’s something I could see myself doing. 

  • Mainz wählt – die OB-Kanditaten im Interview!

    Mainz wählt – die OB-Kanditaten im Interview!

    [cs_content][cs_element_section _id=“1″ ][cs_element_layout_row _id=“2″ ][cs_element_layout_column _id=“3″ ][cs_element_text _id=“4″ ][cs_content_seo]von Henriette
    UPDATE: In der Stichwahl am 05.März konnte sich Nino Haase (parteilos) mit 63,6 Prozent der Stimmen durchsetzen.
    Da ich dieses Jahr zum ersten Mal wählen darf, entschied ich mich am 13. 01. 2023 eine Podiumsdiskussion der sieben OB-Kandidat*innen zum Thema „Bildung“ zu besuchen. Diese Podiumsdiskussion fand im Haus des Erinnerns statt. Ich führte im Nachhinein mit allen sieben Kandidat*innen ein Interview, in dem sie mir dieselben Fragen beantworten mussten.
    Ich bedanke mich bei allen Kandidaten für die Gespräche!
    Die Antworten zu den jeweiligen Fragen findet ihr, wenn ihr die entsprechende Frage anklickt. Viel Spaß beim Lesen!\n\n[/cs_content_seo][/cs_element_layout_column][/cs_element_layout_row][cs_element_layout_row _id=“5″ ][cs_element_layout_column _id=“6″ ][cs_element_button _id=“7″ ][cs_content_seo]1. Nennen Sie uns eine Sache, die Sie gerne in Mainz ändern möchten\n\n[/cs_content_seo][cs_element_button _id=“8″ ][cs_content_seo]2. Welche Probleme sehen Sie in Mainzer Schulen, die Sie unbedingt beheben möchten?\n\n[/cs_content_seo][cs_element_button _id=“9″ ][cs_content_seo]3. Welches Problem möchten Sie als Erstes beheben?\n\n[/cs_content_seo][cs_element_button _id=“10″ ][cs_content_seo]4. Welche Möglichkeiten sehen Sie, neue pädagogische Konzepte in denkmalgeschützen Innenstadtschulen zu implementieren?\n\n[/cs_content_seo][cs_element_button _id=“11″ ][cs_content_seo]5. Wie kann man Stadtschulen konkret an Nachhaltigkeitsbemühungen/Klimaschutz in der Stadt Mainz beteiligen?\n\n[/cs_content_seo][cs_element_button _id=“12″ ][cs_content_seo]6. Wie kamen Sie dazu, Politikerin zu werden?\n\n[/cs_content_seo][cs_element_button _id=“13″ ][cs_content_seo]7. Warum sollte man Sie wählen und nicht Ihre Gegenkandidat*innen?\n\n[/cs_content_seo][/cs_element_layout_column][/cs_element_layout_row][/cs_element_section][/cs_content]

  • Eine turbulente Exkursion – Der Erdkunde-Stammkurs auf Reisen

    Eine turbulente Exkursion – Der Erdkunde-Stammkurs auf Reisen

    geschrieben von: Antonia, Julia, Sinem
    November 2022

    Die Schüler sitzen gerade erschöpft, aber zufrieden im ICE 17 von Brüssel-Nord nach Köln Hbf, um von dort aus zurück in ihre Heimatstadt Mainz zufahren. Doch, dass sie überhaupt erst in Brüssel ankamen, war nicht immer selbstverständlich. Die Hinfahrt war durch Turbulenzen, Chaos, Adrenalin, aber auch zwischenzeitlich purer Verzweiflung geprägt.

    Unsere Reise begann am Tag zuvor, dem 9.11. Der Erdkunde-Stammkurs der 12. Klasse von Herr Walter saß vormittags mit Rucksäcken, gepackt für eine Nacht, noch gespannt im Unterricht. Der Plan war um 14:00 Uhr mit dem Zug nach Leuven zu fahren und dort eine Nacht zu verbringen, damit die Kurse von Frau Thamm und Herrn Walter morgens pünktlich um 9:30 Uhr vor dem Europäischen Parlament in Brüssel stehen. Doch bereits während des Unterrichtes erreichte uns eine Nachricht, die nicht sonderlich vielversprechend klang. Ein Generalstreik in ganz Belgien sollte den öffentlichen Verkehr lahmlegen. Da der Kurs sich entschied umweltfreundlich zu reisen, und so auf den öffentlichen Verkehr angewiesen war, entstand damit also das erste Problem. Aber, dass Herr Walter sich von sowas nicht so einfach geschlagen gibt, war klar. Er fuhr ganze 10 Minuten später erneut mit seinem Fahrrad zum Bahnhof, um dort eine Lösung zu finden. Der neue Plan war es nun, erst um 17 Uhr und auch nicht über Köln, sondern über Frankfurt in Richtung Brüssel loszufahren.

    17:00 Uhr: Die Schüler stehen mit Vorfreude am Gleis und warten auf die S8. Aber wie es so kommen muss, erwartete uns in Frankfurt angekommen, ein erneuter Rückschlag. Dieses Problem war schwerer zu lösen als das erste. Der Anschlusszug fiel aufgrund einer Streckensperrung aus. Dies war der letzte direkte Zug nach Lüttich (ein weiterer Umsteigeort) und somit auch die letzte Möglichkeit dort anzukommen. Herr Walter, in seiner neongelben Jacke, eilte zügig mit großen Schritten voraus, die Schüler ihm hinterher. So wirkten wir für Außenstehende wohl wie eine Schafsherde, die versuchte, mit dem Hirten mitzuhalten oder eine kleine Entenfamilie, die unschuldig umherirrt. 20 Minuten später stand der Kurs vor einer schwierigen Entscheidung.

    Wir hatten zwei Optionen: Entweder ging es zurück nach Hause oder wir würden auf gut Glück nach Köln fahren, in der Hoffnung eine der Möglichkeiten wie Zug, Bus oder Hotel vor Ort nutzen zu können. Natürlich wollten und konnten wir noch nicht aufgeben, da unser Kampfgeist nicht ansatzweise erloschen war.

    Der bewundernswerte Bahnhof in Lüttich

    So fanden wir uns 30 Minuten später in einem völlig überfüllten Zug wieder. Sitzplätze gab es zwar nicht mehr ausreichend, allerdings wurde jeder Zentimeter von uns genutzt und so blieb auch der Boden unter den Kofferablagen nicht frei. Die Koffer dienten zudem noch als Möglichkeit für eine schnelle Runde UNO. Angekommen in Köln fand der Kurs sich zum zweiten Mal an diesem Tag vor einem Reise-und Informationszentrum wieder. Jetzt musste es schnell gehen. Draußen solle ein Bus bereitstehen, der alle nach Lüttich bringen würde. Von dort aus hätte es dann weiter gehen sollen. Wie genau, wussten wir nicht. Wir saßen nun mit weiteren Fahrgästen in einem Doppeldecker nach Lüttich. Die Busfahrt wurde von dem Kurs mit Spielen, wie Werwolf und Stadt, Land, Fluss, aber auch mit heiterem Gesang gestaltet. In Lüttich angekommen, hieß es aussteigen und nach einem Zug suchen. Erst wurde noch die wunderschöne Architektur bewundert, doch dann eine schockierende Realisierung. Bis auf zwei Obdachlose war keiner weit und breit zu sehen. Der vorherige Scherz, am Bahnhof zu übernachten, rückte jetzt der Realität immer näher. Von dort hatten wir keine Chance wegzukommen. Mitten im Nirgendwo, in einem fremden Land. Dank Herr Walter, der stets einen Plan B parat hat, wartete der Busfahrer jedoch noch. Nach einer hitzigen Diskussion, Überredungskünsten und mehrerer Zigaretten für den Busfahrer, erklärte er sich überraschenderweise bereit, alle nach Brüssel zu fahren. Dies war zwar nicht der reguläre Plan, da sich die gebuchte Jugendherberge in Leuven befand, aber was lief schon nach Plan an diesem Tag? Wir hatten nichts mehr zu verlieren und waren auf alles gefasst. Aufgrund der nach wie vor optimistischen Stimmung verging die Fahrt wie im Fluge.

    Das Parlamentsgebäude in Brüssel

    Um 0:35 Uhr kam die Gruppe endlich in Brüssel an, vorbereitet waren wir jedoch auf nichts. Herr Walter eilt wieder zur Rettung. Mit seinen nahezu perfekten französisch Skills organisierte er uns ein Hotel. Dieses hatte zwar nicht genügend Betten für alle, doch zu diesem Zeitpunkt waren wir längst bereit, uns die Betten zu teilen. Der Weg dorthin erwies sich schwieriger als gedacht und wir waren des Öfteren verwirrt, wo genau es jetzt lang geht. Doch wie Herr Walter immer zu sagen pflegt: „Geographen verlaufen sich nicht. Sie erkunden“. 2 Uhr nachts im Hotel angekommen, staunten wir nicht schlecht. Herr Walter hatte uns nicht enttäuscht und ein superschönes, modernes Hotel auf die Schnelle mitten in der Nacht organisiert.

    7:30 Uhr am nächsten Morgen: Nach einer kurzen, aber gemütlichen Nacht versammelte sich der Kurs langsam beim Frühstück. Waffeln, Speck, Eier, Croissants und ein ordentlicher Kaffee gaben uns neue Energie. Dadurch fühlten wir uns nun auch mental bereit und starteten unseren Weg zum Europäischen Parlament. Ein kurzer Stopp beim Supermarkt und ein Kauf unserer Metrokarten führten uns letztendlich zum Ziel. Dort wartete auch schon die ehemalige Schlossschülerin Kim auf uns, die uns diese Reise überhaupt erst ermöglicht hatte. Zunächst hatten wir ein interessantes Gespräch mit dem EU-Abgeordneten Patrick Breyer aus der Piratenpartei, der uns einen Einblick in seine Arbeit lieferte und im Anschluss noch geduldig Fragen beantwortete. Dadurch lernten wir etwas über die Struktur und den Ablauf des Parlaments und durften auch bei einer Abstimmung im Plenarsaal Zuschauer sein.

    Der Plenarsaal im Europaparlament

    Anschließend statteten wir dem Parlamentarium einen Besuch ab und konnten viel über die Geschichte des EU-Parlamentes lernen und zuletzt noch ein paar Bilder knipsen. Auf dem Weg zurück zum Bahnhof legten wir einen Zwischenstopp zum Essen ein, damit wir nun gestärkt die Rückfahrt antreten konnten.

    Alles in allem scheint die Exkursion auf den ersten Blick sehr anstrengend und kompliziert gewesen zu sein. Aber Dank Herr Walters unermüdlichen Einsatzes, Frau Thamms Gelassenheit und Entspannung in stressigen Situationen und natürlich dem Optimismus und der Glückseligkeit des Kurses, wurde sie zu einem unvergesslichen Abenteuer.

  • Interview:     Frau Groß – unsere neue Schulleiterin

    Interview: Frau Groß
    – unsere neue Schulleiterin

    Die Schule stellt sich vor

    Interview mit Frau Groß: Unsere neue Schulleiterin stellt sich vor

    Interview: Janne und Henriette
    17.12.2022

    [su_row][su_column size=“1/2″ center=“no“ class=““]Was hat Sie überzeugt, Schulleiterin zu werden?
    Also ich bin nicht den normalen Weg gegangen. Ich habe erst viele andere Berufe ausgeübt. Ich hatte mit 17 mein Abi und hatte keine Ahnung, was ich machen wollte. Ich fühlte mich nicht bereit, studieren zu gehen, also machte ich eine Ausbildung zur Buchhändlerin. Nach einiger Zeit entschied ich mich, studieren zu gehen und schloss ein Dolmetscherstudium ab in den Sprachen Französisch und Italienisch. Der Job wurde mir jedoch zu stressig und ich wurde Unternehmensberaterin für die Unternehmens- und Handelskammer. Danach entschied ich mich, mein Referendariat zu machen und wurde durch den normalen Weg Lehrerin. Ich bin schon seit 15 Jahren im Schuldienst. Aber es ist grundsätzlich so, dass ich schon immer gerne in Arbeitsgruppen gearbeitet habe und auch sehr viel Freude am Lernen und Lehren habe. Außerdem gefällt mir die Gestaltungsmöglichkeit, die persönliche Entwicklung von anderen Menschen zu steuern, um das bestmögliche Ergebnis zu bekommen.

    Muss man gewählt werden, um Schulleiter*in zu werden?
    Nein, in Deutschland wird man nicht gewählt. Man muss als Lehrer*in verschiedene Jobs gemacht haben, um in die erweiterte Schulleitung zu kommen. Da ich mich sehr schnell um den Vertretungsplan, Stundeplanentwicklung und weitere Jobs kümmerte, kam ich schnell in die erweiterte Schulleitung. Um Schulleiter*in zu werden, muss man diverse Prüfungen ablegen, also gibt es ein konkretes Prüfungsverfahren. Man wird persönlich und im Unterricht geprüft, um zu wissen, ob man die Kompetenzen besitzt, Schulleiter*in zu werden. Man braucht für diesen Job Erfahrung und Führungsfähigkeit. Natürlich steht man auch im Wettbewerb mit anderen. Nach einem längeren Zeitraum und mehreren Prüfungen bekommt man das Ja oder Nein.
    Interessanterweise, werden die Schuleiter*innen in Polen vom Lehrerkollegium gewählt. Ich habe vor einiger Zeit einen Lehreraustausch mit polnischen Lehrern gemacht, und da habe ich das erfahren. Die Schulleiter*innen dort bekommen nicht mehr Geld als die Lehrer*innen, müssen aber nicht unterrichten.

    Möchten sie etwas bestimmtes an der Schule ändern?
    Verändern ist ein starkes Wort. Man befindet sich in einem konstanten Weiterentwicklungszustand. Meine Vorgängerin hat diese Schule mir gut hinterlassen und überreicht. Natürlich gibt es den Wunsch von einigen Lehrer*innen und Schüler*innen, dass eine gewisse Modernisierung stattfindet. Diesen Wunsch möchte ich nicht ignorieren, aber ich finde, dass ich diesen Aspekt nicht allein durchführe. In der heutigen Wirtschaft arbeitet man immer im Team, selten geht man an ein Projekt alleine. Teamarbeit ist sehr wichtig und ich finde, dass dieser Aspekt mehr wertgeschätzt werden sollte. Ich möchte diesen Aspekt mehr in der Schule fördern und auch darauf achten, dass jeder seinen Platz findet. Ich möchte alle im selben Boot haben.
    Wichtig zu merken ist, dass man immer einen Perspektivenwechsel benötigt, um neue Ideen und Sichtweisen erkennen zu können. Wir sind hier eine lernende Organisation und dieser Prozess des Lernens und des Weiterentwickelns hört nie auf. Jeder sollte sich immer weiterentwickeln und niemals aufhören zu lernen.
    Möchten Sie den sprachlichen Zweig ausbauen?
    Wir haben hier schöne Angebote mit Französisch, Englisch, Spanisch und natürlich Latein. Es wäre möglich, andere Sprachen hinzuzufügen, aber ich möchte anderen Mainzer Schulen keine Konkurrenz machen. Wir sind hier ja, wie schon gesagt, gut aufgestellt und ich sehe keine Änderung nötig. Eine Sache, die ich jedoch erweitern möchte, sind mögliche Partnerschulen im Ausland. Ich würde sehr gerne den internationalen Kontakt ausbauen. Zum Beispiel wären Länder wie Polen oder Italien interessant. Ich sehe in der Zukunft eine noch weiter wachsende Wichtigkeit für den internationalen Kontakt an Schulen.

    An welchen Schulen haben Sie vorher unterrichtet und was möchten Sie an unserer Schule weiterführen?
    Ich habe an sehr vielen verschiedenen Schulen schon unterrichtet. Zum einen habe ich an einer Wirtschaftsschule und in Bingen an einer Berufsbildenden Schule unterrichtet. Auch habe ich an der IGS Anna Seghers und am Gymnasium am Römerkastell in Alzey als stellvertretende Schulleiterin unterrichtet. Zwischendurch hatte ich ein Sabbatjahr in Indien gemacht. Und jetzt bin ich am Schloss!
    Schule ist ein großer Teil unserer Lebenszeit, den wir miteinander teilen und es ist selten, dass man eine so gute Schulgemeinschaft wie hier schon hat. Also, mir ist es wichtig, diese positive Schulgemeinschaft auszubauen und zu erweitern.

    [/su_column]
    [su_column size=“1/2″ center=“no“ class=““]Welche Unterschiede haben Sie an französischen Schulen kennengelernt? Was hätten Sie gerne auch an deutschen Schulen?
    Da ich nie an einer deutschen Schule Schülerin war, ist diese Frage etwas schwierig zu beantworten. Aber das französische Schulsystem ist sehr autoritär, es ist fast vergleichbar mit Schulen im Osten. Man hat bis zum Nachmittag Unterricht, aber dafür besucht man die Schule nur bis zur 12. Klasse. Es ist dort alles sehr Lehrerzentriert.
    Im Gegensatz dazu fällt mir auf, dass das deutsche Schulsystem sehr schülerorientiert ist. Auch ist die Schule hier kindheitsfreundlicher und man lernt gut, selbstständig zu handeln. In Frankreich hingegen sind viele Schüler*innen sehr unselbstständig, das merkt man immer, wenn die Austauschschüler hier sind.
    Außerdem können deutsche Oberstufenschüler*innen viele Fächer abwählen und lernen somit viel Allgemeinwissen nicht, das aus den einzelnen Fächern kommt. In Frankreich wählt man auch Leistungskurse, jedoch behält man alle anderen Fächer und sie sind auch Abiturrelevant. Das fehlt mir hier so ein bisschen, dass gewisses Allgemeinwissen nicht vermittelt werden kann, sobald ein Fach abgewählt wird.

    Was haben Sie für zukünftige Projekte geplant?
    Projekt ist etwas hart ausgedrückt, aber ich habe ein paar Vorhaben, die ich gerne umsetzen würde. Mir ist wichtig, dass ein zeitgemäßes Leben und Lernen der Schüler*innen und Lehrer*innen vermittelt werden kann. Auch die Abivorbereitung liegt mir sehr am Herzen und grundsätzlich möchte ich die Teamarbeit an dieser Schule erhöhen. Die Möglichkeit alternative Noten zu geben, ist ein wichtiger Aspekt, den ich dem Kollegium schon mitgeteilt habe.

    Was machen Sie nach der Schule? Welche Hobbys haben Sie?
    Sowas wollt ihr auch wissen? Also gut, ich lese natürlich sehr gerne, bin aber auch ein großer Fan des Reisens. Diese Liebe verbinde ich mit meiner anderen Liebe Yoga, da ich schon seit 20 Jahren Yoga mache und auch Yogalehrerin bin. Fernwandern ist auch sehr schön, ich bewege mich einfach gerne und genieße die Natur. Wenn ich Zeit habe, nehme ich mir diese gerne und lerne nebenbei noch russisch.
    Am Wichtigsten ist mir jedoch, dass ich mich immer weiterentwickle und nie aufhöre zu lernen. Aber auch, dass man sich Zeit für Hobbys und Freizeit nimmt, denn das Leben ist nicht nur Arbeit oder Schule. Wenn man sich nur mit diesen Dingen beschäftigt, verpasst man das Leben. Denn vor allem Schule ist nur vorübergehend und sich sein halbes Leben nur damit zu beschäftigen ist schlecht. Es gibt so viele andere, schöne Dinge im Leben.

    Haben Sie ein Lieblingsbuch oder auch einen Lieblingsfilm?
    Ein Buch, das ich letzten Sommer gelesen habe und mich sehr begeistert hat, war „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells. Mir hat dieses Buch so gefallen, wie schon lange keins mehr. Mich interessiert auch die Biophysik sehr und da interessieren mich besonders die biophysikalischen Einflüsse auf unser Leben. Natürlich lese ich auch gerne diverse philosophische Schriften aus dem Yoga, da hat es sehr viel mehr mit Denken, als mit Lesen zu tun.
    Ich bin ein großer Fan von französischen Filmen, da es mehr um die Atmosphäre geht als alles andere. Einer dieser Filme ist „Das Brandneue Testament“, ich liebe diesen Film wirklich sehr.

    Gibt es eine weitere Sache, die Sie gerne der Schulgemeinschaft mitteilen möchten?
    Wir teilen hier eine ganz wertvolle Lebenszeit und diese sollten wir mit Freude gestalten und die Talente einzelner Menschen fördern. Auch im Nachhinein sollte man an die schöne Schulzeit denken. Wir lernen nie aus und unser ganzes Leben lang werden und sollten wir uns weiterentwickeln. Man sollte niemals die Freude am Lernen verlieren, denn es gibt immer etwas zu lernen.[/su_column]
    [/su_row]