gaks.holl-it-services.de

Kategorie: Latein-Exkursionen

  • Veni, vidi, edidi – Rückblick auf die Kursfahrt nach Napoli im Herbst 2022

    Veni, vidi, edidi – Rückblick auf die Kursfahrt nach Napoli im Herbst 2022

    Tempel in Herculaneum

    Unsere Kursfahrt nach Neapel begann in Begleitung von Herrn Deyhle und Herrn Dölle am 12. Oktober 2022. In unserer Unterkunft angekommen, machten wir uns etwas zu essen und verließen diese wieder am Abend, um uns einen ersten Eindruck von der drittgrößten Stadt Italiens zu verschaffen. Nach einem langen Spaziergang durch die Straßen Neapels setzten wir uns in ein Café, wo wir neben “free snacks” auch einen kleinen Besuch von einem Straßenmusikanten bekamen.

    Am nächsten Tag schauten wir uns die Stadt etwas genauer an und besichtigten zahlreiche Kirchen. Die Kirche “Sant’Anna dei Lombardi”, die an der Piazza Monteoliveto im historischen Stadtzentrum liegt, nahmen wir mit Ulduz Hilfe genauer unter die Lupe. Nach einer kleinen Pizzapause im Regen machten wir uns auf den Weg zu den Katakomben des St. Gennaro, des Schutzpatrons von Neapel, den Sahand uns in einer Präsentation näherbrachte.

    Ein Highlight unserer Kursfahrt stellte der Besuch von Herculaneum dar. Herculaneum gehört zu einer der vier Städte, die durch den Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 n.Chr. verschüttet wurde. Begleitet von Jonas’ Wissen über die griechische Kultur sowie Robins Vortrag über die Geschichte dieser Stadt bewunderten wir die Ausgrabungen dort. Danach gingen wir an den Mittelmeerstrand und entspannten uns einige Stunden.

    Wir waren in der Krippenstraße, Via San Gregorio Armeno unterwegs, in welcher wir Krippenfiguren von Ronaldo, King Charles III., Angela Merkel, aber auch von Neapels Fußballgott, Diego Maradona bewunderten.

    Wir besichtigten außerdem weitere Sehenswürdigkeiten in Neapel, wie das Castell dell’Ovo, Castell Nuovo, die Piazza del Plebiscito und die Galeria Umberto. Nach einer kurzen Shoppingtour in der City erwartete uns in der Unterkunft Herrn Dölles selbstgemacht Pizza. Den Abend beendeten wir mit Quiz- und Kartenspielen und Tabu.

    Am Sonntag brachen wir früh bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Pompeji auf. Gut gelaunt und entspannt stiegen wir in den völlig überfüllten Zug. Offensichtlich wollte ganz Neapel an diesem Tag Ruinen besichtigen. Nach einer sehr anstrengenden Zugfahrt und diversen Auseinandersetzungen mit dem Sicherheitspersonal kamen wir an der Ausgrabungsstätte an. Von der Stelle aus, an der wir die Stadt betraten, hatten wir zunächst eine sehr gute Sicht auf den Vesuv und so entstand eine deutliche Vorstellung von der Metapher, die Plinius benutzte, um den Vesuvausbruch zu beschreiben: „Nubes oriebatur, cuius similitudinem et formam non alia magis arbor quam pinus expresserit“ oder auf Deutsch: „Dat sah aus wie ne Pinie“. Im Amphitheater berichtete Jonas von den Freizeitbeschäftigungen der Pompejaner und vom Aufbau des Theaters, und in einem Tempel erhielten wir von Malte mehr Informationen über die Stadt Pompeji. Nach diesem informativen Teil des Tages besichtigten wir die Ruinen, sahen Villen und einfache Häuser, antike Street-Food-Läden und beeindruckende Tempel, ein Bordell sowie Skelette und Gipsabdrücke von Leichen. Nach diesem interessanten Eindruck von einer aufregenden Stadt konnten wir uns schließlich auf den Rückweg machen.

    Auch am nächsten Tag schien die Sonne und einer Besichtigung des Vesuvs stand nichts im Wege. Dankenswerterweise entschieden die Verantwortlichen sich dafür, uns nicht den gesamten Vulkan hinauf- und hinunterlaufen zu lassen, sondern ungefähr zwei Drittel mit dem Shuttlebus von Herculaneum aus zurückzulegen. Wir mussten daher nur noch einen vergleichsweisen kurzen Weg auf uns nehmen, um in den Krater blicken zu können, was aber bei der Hitze trotzdem sehr anstrengend war. Am Krater angelangt, konnten wir zwar keine Lava sehen, dafür aber ein kleines Rauchfähnchen, welches immerhin so sensationell wirkte, dass Malte nach einem Ring verlangte, um ihn à la „Herr der Ringe“ in den Vulkan werfen zu können und die Welt zu befreien. Nach einem Photoshooting (Gruppenphoto und Actionphoto) und Hannahs Referat über Vulkanismus und den Vesuv fuhren wir mit dem Shuttlebus zurück in die Stadt. An dem vom Vulkangestein geschwärzten Strand am Mittelmeer verbrachten wir den Rest des Nachmittags, planschten im Wasser und genossen die südliche Sonne.

    Am Tag der Abreise wurden wir ein letztes Mal mit den inzwischen zur Tradition gewordenen italienischen Klassikern (Italo-Songs) geweckt und ließen nach dem Frühstück Napoli, die Sonne und eine echt schöne Kursfahrt hinter uns.

    Zuletzt bedanken wir uns bei Herrn Dölle für seine Lateinkünste, seinen Humor und sein Vermögen, es mit uns auszuhalten, und natürlich bei Herrn Deyhle für die Organisation, seine Italienischkünste und für eine einfach großartige Zeit!!!

    zum Vergrößern Doppelklick

  • Rückblick: Lateinkursfahrt 2018

    Rückblick: Lateinkursfahrt 2018

    [su_row][su_column size=“1/2″ center=“no“ class=““]

    Die Kursfahrt, die wir, der einzige Lateinkurs der gesamten Oberstufe, im Herbst 2018 machten, fühlte sich wie eine Belohnung dafür an, dass wir bis zum Schluss durchgehalten haben.

    Eine Belohnung dafür, dass wir uns durch Vokabellisten gekämpft, Metamorphosen entschlüsselt und so manch kryptischen Text halbwegs verständlich übersetzt hatten. Für die, die es nicht wissen: Unser Kurs bestand schon am Anfang der Oberstufe gerade einmal aus 5 Schülern. Nach einigen traurigen Verlusten fanden wir uns dann am Anfang der 13 nur noch mit 3 Schülern zweimal in der Woche in Besenkammer 139 zusammen.

    So traurig das auch klingen mag, es gab auch einige angenehme Aspekte. So konnten wir regelmäßig gemeinsame Frühstücke veranstalten, und es entstand eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre, sowohl unter uns Schülern als auch mit unserem Lehrer, Herrn Deyhle. Diesem und der freundlichen Unterstützung von Frau Klein-Mahr verdanken wir eine wunderschöne Kursfahrt, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

    So machten wir uns Ende September kurz vor den Herbstferien also zu fünft auf den Weg ins Land der Antike, nach Griechenland. Nach kleineren Aufregungen auf dem Hinflug kamen wir in Athen an, kuschelten uns samt Gepäck (teilweise auf dem Schoß) in unseren Mietwagen und fuhren zu unserer ersten Unterkunft in der Mitte Athens. Ohne Zeit zu verlieren, machten wir uns, kurz nachdem die Zimmerbelegung geklärt war (Herr Deyhle opferte sich heldenhaft, auf der Couch zu schlafen), auch schon auf den Weg zu unserer ersten Besichtigungstour des sonnigen Athens.

    An unseren Tagen in Athen klapperten wir alle wichtigen Sehenswürdigkeiten ab, immer begleitet von Herrn Deyhles Wissen über Sagen, Geschichten und den ein oder anderen FunFact über die griechische Kultur und Touristeninformationen aus Frau Klein-Mahrs treuem Griechenlandführer.

    Wir bestiegen den Berg zur Akropolis, bewunderten den Parthenon, den Tempel der Göttin Nike und den gesamten Tempelbezirk. Zwar war das Wetter nicht perfekt, aber die Sonne ließ sich ab und zu einmal blicken und schaffte einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt. Trotz Wind und Wetter bewunderten wir das Olympieion, das Dioynisostheater und das beeindruckende Odeon des Herodes, das während unseres Besuches von einer Yoga-Klasse benutzt wurde. Außerdem machten wir einen wunderschönen Tagesausflug nach Delphi. Dort konnten wir das Orakel bestaunen und genossen einen atemberaubenden Blick auf die umliegenden Berge und Täler.

    Abends gingen wir entweder etwas essen oder kochten gemeinsam in unserer Unterkunft. Außerdem gab es den ein oder anderen Spieleabend, hauptsächlich geprägt von Tabu, Halli-Galli und Codenames.

    Dann ging es auch schon weiter zu unserer nächsten Unterkunft in dem kleinen Strandstädtchen Tolo. Auf der Fahrt dorthin machten wir Halt in der Stadt Korinth und besichtigten den Tempel des Apollon. Außerdem fuhren wir nach Mykene und bestaunten trotz zunehmend schlechteren Wetters den Agamemnon-Tempel und das Löwentor.In Tolo angekommen wurde das Wetter immer schlechter, bis es so weit kam, dass die griechische Regierung verkündete, es sei nicht sicher draußen. Das bedeutete für uns einen ganzen Tag zu fünft in unserem schönen, aber kleinen Apartment. Um einem endgültigen Lagerkoller zu entgehen, versuchten wir uns durch Spiele, Referate, Essen und Schlafen abzulenken.

    Gott sei Dank hatten wir an unserem letzten Tag dann doch noch einmal Sonnenschein. So entschieden wir uns nach Nafplio zu fahren, eine sehr schöne Stadt am Meer mit wunderschöner Altstadt. Hier trennten sich unsere Wege. Wir Schüler erkundeten einen sehr schönen Küstenweg und sonnten uns an einem ein wenig abgelegenen Kieselstrand. Später trafen wir uns wieder mit Frau Klein-Mahr und Herrn Deyhle und fuhren für unsere letzte Übernachtung wieder zurück nach Tolo.

    Abschließend lässt sich sagen, dass wir eine wirklich tolle Kursfahrt hatten, mit sehr viel interessanter Kultur und Geschichte, aber auch mit vielen lustigen Gesprächen und gemeinsamen Abenden. Deswegen wollen wir Schüler uns auch nochmal ganz herzlich bei unseren Lehrern bedanken, die diese Fahrt geplant und möglich gemacht haben.

    Wir hatten sehr viel Spaß und werden diese Fahrt bestimmt noch lange in sehr guter Erinnerung behalten. Danke![/su_column]
    [su_column size=“1/2″ center=“no“ class=““]

    Das Löwentor von Mykene

    Das Theater von Epidauros

    Kurze Pause auf dem Areopag – im Hintergrund die Akropolis

    Das Orakel von Delphi, Blick auf das Theater

    [/su_column][/su_row]

  • Exkursion der Lateingruppe der 8. Klassen nach Trier

    Exkursion der Lateingruppe der 8. Klassen nach Trier

    Am Dienstag, dem 18.06.2019, „brannte die Sonne“(s. Cursus Lektion 1: solardebat), was die Lateinschülerinnen und -schüler der achten Klassen jedoch nicht davon abhielt, gen Augusta Treverorum (Trier), der ältesten Stadt Deutschlands, aufzubrechen.

    In Trier angekommen begab sich die Gruppe zunächst zum Amphitheater, das 100 n. Chr. erbaut wurde und damals 20000 Zuschauern Platz bot. Begleitet wurde das dort gehaltene Referat vom schrecklichen Kampfgeschrei eines Gladiatoren. Besonders beeindruckend waren die Katakomben des Amphitheaters, in denen die Überreste antiker Aufzugsysteme sowie Fluchtafeln, welche an gegnerische Gladiatoren gerichtet waren, bestaunt werden konnten.

    Die zweite Station der Exkursion waren die um 300 n.Chr. erbauten Kaiserthermen, die – ursprünglich als Badehäuser konzipiert – später als Reiterkaserne dienten. Ein besonderes Zeugnis römischer Architektur stellte außerdem die älteste Brücke Deutschlands – von den Trierer Bürgern „Römerbrücke“ genannt – dar.

    Dem Bau einer Tiefgarage im Jahre 1987 war es zu verdanken, dass wir auf dem Viehmarktplatz eine weitere Thermenanlage (Viehmarktthermen) bewundern konnten, die heute noch für Veranstaltungen wie Konzerte, Hochzeiten und Banketts genutzt wird.

    Besonders viele Fotos schossen wir vom Kurfürstlichen Palais. Dieses Bauwerk im Rokokostil musste Anfang des 19. Jahrhunderts allerdings zurückgebaut werden, da die Konstantinbasilika wieder  errichtet wurde, und erscheint dem Betrachter aufgrund dessen asymmetrisch. Eben diese 36 Meter hohe und 71 Meter lange Basilika wurde zum ersten Mal ca. 305-311 nach Christus erbaut. Damals diente sie als Thron- und Empfangssaal sowie Gerichtshof Konstantins. Im Laufe der Zeit fand sie verschiedene Verwendungszwecke; seit dem 19. Jahrhundert wird sie (auf Verordnung des Königs von Preußen) als evangelische Kirche verwendet.

    Viele Relikte, z.B. die Gebeine der Heiligen Helena oder der Heilige Rock, bot der anschließend besichtigte Dom, bei dessen Bau laut einer Legende der Teufel mitgeholfen haben soll.Das Wahrzeichen Triers bildete den Abschluss unserer Tour: die Porta Nigra. Das „schwarze Stadttor“ wurde im 2. Jh. n. Chr. erbaut und war eines von vier oder fünf Stadttoren Triers.Foto: Gruppenbild vor der Porta Nigra bei strahlender Sonne.

  • Latein-Kursfahrt nach Sizilien (27. September bis 6. Oktober 2017)

    Latein-Kursfahrt nach Sizilien (27. September bis 6. Oktober 2017)

    Amphitheater in Syrakus

    Unsere Kursfahrt mit dem nur sechsköpfigen Grundkurs Latein in Begleitung der Lehrer Hr. Krudewig und Hr. Deyhle begann am Mittwoch, dem 27. September, mitten in einer andernfalls anstrengenden Schulwoche um vier Uhr morgens. Nach einem unspektakulären Flug und der Autofahrt in zwei gemieteten PKWs erreichten wir gegen Mittag die Hafenstadt Riposto und beschlossen nach Erkundung unserer liebevoll kitschig eingerichteten Ferienwohnung und einem selbstgekochten Mittagessen, sogleich der Motivation unserer Expedition zur schönen Mittelmeerinsel auf den Grund zu gehen: Latein hautnah erleben!

    Unser erster Programmpunkt war deshalb die Stadt Taormina an der Ostküste Siziliens, die zwar sogar schon vor der Antike gegründet wurde, nach ihrer Zerstörung durch Araber jedoch im Mittelalter neu errichtet wurde. Dort befindet sich, die Stadt überthronend, das zweitgrößte antike Theater Siziliens, welches als anfangs griechisches Bauwerk in einen Berghang eingebettet entstand, jedoch später durch die Römer überbaut wurde. Die Präsenz dieser beiden Hochkulturen spürten wir auch insofern, als wir von ihrem Göttervater Zeus mit einem Blitz begrüßt wurden, der nur wenige Meter neben unserer kleinen Gruppe in einen Maschendrahtzaun am Berghang einschlug. Auch wenn einigen Mitgliedern unseres Entdeckertrupps dabei ziemlich mulmig geworden war und wir uns fragten, ob unsere Mission auf der Insel wirklich von Oben gebilligt wurde, konnten wir den Ausflug mit einem Spaziergang durch die Altstadt beenden und den Tag mit einem weiteren selbstgekochten Abendessen abschließen.

    Am nächsten Tag besuchten wir einen archäologischen Park, in dem wir Siziliens größtes griechisches Theater bestaunten sowie das sagenumwobene Ohr des Dionysius, eine künstlich angelegte Höhle mit einer bemerkenswerten Akustik, die angeblich von dem antiken Tyrann Dionysius dazu genutzt wurde, seine Feinde zu belauschen. Nicht weit entfernt befindet sich die Stadt Syrakus, die in der Antike über mehrere Jahrhunderte Siziliens größte und mächtigste Stadt war und noch heute kulturelles Zentrum ist. Hervorzuheben ist hier der Dom von Syrakus, der tatsächlich ein Umbau eines antiken Tempels ist, welcher der Göttin Athene geweiht war.

    Tag drei begann entspannt mit dem ersehnten ersten Bad im Mittelmeer, auch wenn wir nach einer erfolglosen Suche nach einem passablen Strand in unserem Ort Riposto mit einer Bootsanlegestelle vorliebnehmen mussten.

    Danach besuchten wir die spätbarocke Stadt Catania, mit über 300000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Siziliens, und setzten in den kommenden Tagen unsere Sightseeing-Tour quer durch die ganze Insel mit Städten aus allen Epochen fort:
    Enna, eine Stadt in den Bergen in der Mitte der Insel mit einer normannischen Burg aus dem Mittelalter, das Weltkulturerbe des spätrömischen Landhauses Villa Romana del Casale mit nahezu vollständig erhaltenen Bodenmosaiken, die archäologischen Stätten von Agrigent mit ihrem Tal der Tempel, wo sich, wie der Name sagt, bedeutende antike Tempel befinden, die sogar schon von Goethe persönlich besucht worden sind.

    Der Ätna – von den Sizilianern liebevoll Mongibello genannt (schöner Berg)

    Ein absolutes Highlight war ebenso unser Ausflug zum Vulkan Ätna, den wir bei gutem Wetter schon von unserem Balkon in Riposto bewundern konnten – dieses gute Wetter ließ uns jedoch genau an diesem Tag im Stich, und wir, die im Laufe der Woche auch schon ziemlich müde von den auf uns einprasselnden Eindrücken geworden waren, traten den Rückzug an, da der wolkenbedeckte Himmel den Aufstieg bis an den Krater nicht lohnte. Zumindest bis etwa zur Hälfte der Höhe des aktiven Feuerbergs hatten wir es jedoch geschafft und konnten die unwirkliche Mondlandschaft mit ihren eisigen Winden bestaunen, die so gar nicht zum bis dato sonnigen Sizilien passen wollte. Den Göttern sei Dank ereignete sich dieser Wetterumschwung erst gegen Ende unserer insgesamt zehntägigen Kursfahrt, sodass wir immerhin Sonne tanken konnten, bevor es schließlich am 6. Oktober zurück nach Deutschland ging.

    Insgesamt stellte diese Kursfahrt für uns Schüler eines der schönsten Erlebnisse unserer Oberstufenzeit dar, da sie für jeden von uns etwas Lohnenswertes bereithielt: Geschichte, Kunst, Natur, italienisches Flair, hervorragendes Essen und natürlich den hohen Unterhaltungswert unseres begleitenden Lehrerduos auf fachlicher und menschlicher Ebene. Nicht zuletzt genossen wir auch die Eifersucht unserer daheim verbliebenden Mitschüler sehr – Latein ist keine tote Sprache!
    Katrin Kober

  • Neapel, Pompeji, Paestum 2016 – Die Lateiner unterwegs

    Neapel, Pompeji, Paestum 2016 – Die Lateiner unterwegs

    Prolog

    Alljährlich finden in der Jahrgangsstufe 13 Kursfahrten nach Italien statt. Die Ziele wechseln und orientieren sich an der Lektüreauswahl. Die Ziele Neapel, Pompeji und Paestum stehen im Zusammenhang mit den Briefen Plinius des Jüngeren, Vergils Aeneis und den Kaiserbiographien Suetons.
    Vom 5. bis zum 13. Oktober 2016 fuhren die Schüler des Lateingrundkurses und Lateinleistungskurses gemeinsam nach Italien.
    Die Kursfahrten sind so konzipiert, dass die Schüler eine Woche in einer angemieteten Villa zusammenleben, sich selbst versorgen, Tagestouren mit unterschiedlichen Schwerpunkten unternehmen und schließlich einen Leistungsnachweis in Form von Referaten erbringen.

    Highlights des Programms im Oktober 2016

    Neptunbrunnen in der Villa d’Este in Tivoli

    Nicht nur antike Stätten, sondern auch anderweitig historisch oder kulturell bedeutsame Orte sind Teil des Exkursionsprogramms, wie z.B. die Hanggärten der Villa d’Este in Tivoli bei Rom.
    Es handelt sich dabei um eine Anlage, die im Auftrag verschiedener Kardinäle mit über 400 Brunnen angelegt worden ist. Die Verbindung zum Lateinunterricht ergibt sich aus der Orientierung der Renaissance-Künstler an der Antike und deren Weiterentwicklung. Die Ornamentik und die figürliche Darstellung mythologischer Themen regten alle zu vielfältigen Gedankengängen und Diskussionen unterschiedlichster Themensetzung an, auf die allerdings an dieser Stelle nicht weiter eingegangen werden kann.

    Tempel in Paestum – majestätisch

    Etwa 100 km südlich von Sorrent, wo sich unsere Unterkunft befand, liegt die antike Ruinenstätte Paestum, ein UNESCO-Weltkulturerbe, das wegen seiner griechischen Tempel bedeutsam ist.
    Der Besucher erhält ein Gefühl für die Ausmaße einer antiken Hafenstadt, in der sowohl griechische als auch römische urbane Strukturen ein Beispiel für die hohe zivilisatorische Entwicklungsstufe geben.

    Paestum – Tempelbesteigung

    Während die Tempel unzugänglich waren, luden andere Trümmer dazu ein, sich in Szene zu setzen.
    Das Wetter auf dem Bild zeigt eindeutig, dass die Götter mit unserem Besuch nicht einverstanden waren. Das nahende Gewitter trieb uns in das moderne Museum, wo wir uns vor Jupiters Blitzen sicher wähnten. Allerdings sorgten die heftigen Niederschläge dafür, dass im Museum die Technik kollabierte.

    Der Golf von Neapel mit der Halbinsel von Sorrent und Capri

    Der Vesuv ist einer von drei aktiven Vulkanen in Italien.

    Der Krater des Vesuvs

    Sein Besuch bietet Anlass, sich mit dem Vulkanismus als natürlichem Phänomen und seiner Bedeutsamkeit für die Menschen im Positiven wie im Negativen auseinanderzusetzen. Das Bild zeigt den Blick vom Naturpark auf den Golf von Neapel, Herculaneum in der Mitte unten, Stabiae, die Peninsula Sorrentina und die Insel Capri im Hintergrund. Herculaneum und Stabiae sind wie Pompeji vor 2000 Jahren dem Vulkanausbruch, der von Plinius eindrucksvoll beschrieben wurde, zum Opfer gefallen. Nach einem überteuerten Eintritt verwehrten uns die Wolken zeitweise den Durch- und den Überblick, doch versetzten uns in eine wahrhaft mystische Atmosphäre am Kraterrand.

    Ein weiteres eindrucksvolles Erlebnis bot der Besuch Pompejis:

    Ponpeji – antiker Fußgängerüberweg

    Die in weiten Teilen ausgegrabene und begehbare antike Stadt zu Füßen des rauchenden Vesuvs versetzt den Besucher um Jahrtausende zurück: Garküchen, Villen, Gärten, Bordelle, Foren, gepflasterte Straßen mit Zebrastreifen, Thermen, Werkstätten, Wohnhäuser des einfachen Volkes etc. luden uns dazu ein, die antike Stadt auf eigene Faust zu erkunden.

    Pmpeji – gut erhaltener Innenhof

    Ferner vermitteln die Ruinen auch ein Bewusstsein der eigenen Vergänglichkeit. Der archäologische Park stellt ein Beispiel für den Wissensdrang des modernen Menschen dar, denn Pompeji wird seit dem 18. Jahrhundert kontinuierlich ausgegraben, erforscht und für die Nachwelt gesichert.

    Neapel – Castel Nuovo

    Neapel – berühmt für seine (Krippen-)Figuren

    In weiser Voraussicht fuhren wir statt mit dem Auto mit der Circumvesuviana in die Heimat der Pizza nach Neapel. Das Zentrum der Millionenstadt ist zu Fuß sehr gut zu erkunden: Sakralbauten verschiedener Epochen, repräsentative Palazzi, die Spaccanapoli (die alte auf griechische Wurzeln zurückgehende Hauptstraße), große wie kleine Piazze, mondäne Einkaufsstraßen, verfallene Quartiere, Straßenmärkte und Touristenfallen, vor allem aber die neapolitanische Unterwelt. Bei Letzterem handelt es sich um ein unterirdisches Höhlen- und Gängesystem, das durch den Abbau des anstehenden Gesteins für die darüberliegende griechische und römische Stadt entstanden ist.

    Wer in Neapel weilt, muss Pizza essen, den passenden Wein dazu trinken und sich an hervorragendem Eis laben – wenn es schon keine Ambrosia gibt.

     

     

     

    … und zum Abschluss: Rom

    Rom – Petersdom

    Den Abschluss der Fahrt bildete ein nächtlicher Aufenthalt in der ewigen Stadt, ehe es am 13. Oktober nach Deutschland zurückging. Um die Ewigkeit nicht zu verpassen, schliefen wir nicht, sondern durcheilten das Zentrum gut gelaunt und lauffreudig, sodass ein jeder einen wenn auch nur oberflächlichen Eindruck von der Schönheit und Vielfalt einer der wohl schönsten Städte der Welt gewinnen konnte:

    Santa Maria degli Angeli (Diokletianthermen), Fontana dell’Acqua Felice (mit dem gehörnten Moses), Chiesa di Santa Maria della Vittoria (mit der Verzückung der heiligen Theresa (Bernini-Statue)), Piazza Spagna (Spanische Treppe), Villa Borghese, Piazza del Populo, Piazza Colonna (Marc-Aurel-Säule), Pantheon, Basilica di Santa Maria Sopra Minerva (davor Berninis Elefanten mit dem Obelisken auf dem Rücken), Sant’Ignazio di Loyola mit der gemalten Scheinkuppel, Piazza Navona mit dem Vierweltenbrunnen, Engelsbrücke und Engelsburg, Petersplatz, das Capitol mit dem Reiterstandbild Marc Aurels, das Trajansforum, Via Cavour (wobei es sich einige nicht nehmen ließen, noch zum Colosseum zu rennen.

    Abschlussgruppenbild in Rom

    Epilog

    Das Besondere an Kursfahrten dieser Art ist die Verbindung von kulturellem Erlebnis und gemeinschaftsfördernden Aktivitäten in Form von Tagesexkursionen und arbeitsteiligem Zusammenleben.