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Kategorie: Geschichte

  • Historisches Essen im Geschichte Leistungskurs

    Historisches Essen im Geschichte Leistungskurs

    Zum Abschluss unserer gemeinsamen Zeit als Geschichtskurs konnten wir (dank
    Corona erst in der 13., statt bereits in der 11.) ein historisches Essen genießen.
    Dafür haben wir uns im Voraus mit Kochbüchern oder im Internet Rezepte
    rausgesucht, die typische Essen aus vergangenen Zeiten rekreiren sollten. Nach
    ersten Befürchtungen, dass wir kein Salz oder richtige Gewürze benutzen könnten,
    sahen die Rezepte in der Hinsicht dann doch ganz gut aus. Es war aber doch auch
    spannend, Rezepte zu finden, die nicht in Alkohol getränkt oder halbe, wenn nicht
    sogar ganze Tiere, beinhalteten. Wir wollten unsere historische Seite zwar mal etwas
    ausleben, aber dann doch nicht so sehr, dass wir noch auf die Jagd gehen müssten.
    Im Endeffekt haben aber alle etwas genießbares zum Mitbringen gefunden und wir
    hatten ein kleines Buffet. Vor dem jeweiligen Essen stand der Name des Gerichts
    und damit man sich halbwegs darauf einstellen konnte, was man essen wird (oder
    auf Allergien achten konnte) die Zutatenliste. Im Endeffekt hatten wir eine große
    Variation an Gerichten und es war für alle etwas dabei. Während des Essens haben
    wir bei Gesprächen ein letztes Mal als ganzer Kurs die Zeit gemeinsam genossen.

  • 6.-7.2.2023 | Verdunfahrt der MSS12

    6.-7.2.2023 | Verdunfahrt der MSS12

    Von Montag auf Dienstag machten sich der Französisch-Grundkurs 12 unter der Leitung von Frau Götten, der Deutsch-Leistungskurs von Frau Treidel, der Französisch-Leistungskurs von Herrn Sievers und der Geschichte-Grundkurs von Herrn Sewerin zum ersten Mal in dieser Kombination auf den Weg nach Metz, um am nächsten Tag die Gedenkstätten und das Museum in Verdun zu besichtigen. Um 8 Uhr morgens ging es mit einem Reisebus von der Schule aus los und zur Mittagszeit erreichten wir Metz. Dort hatten wir den Nachmittag zur freien Verfügung, nachdem wir als Gruppe die Kathedrale von Metz besichtigt hatten. Während der Freizeit besichtigten wir auch andere Sehenswürdigkeiten wie den Temple Neuf und das Opernhaus Théâtre de Metz.

    Am nächsten Morgen verließen wir zeitig unsere Jugendherberge, um in Verdun das Beinhaus von Douaumont zu besuchen. Es ist eine französische nationale Grabstätte für die Gebeine der Gefallenen, die nach der Schlacht von Verdun nicht identifiziert werden konnten. In diesem Gebäude sollen die Überreste von über 130.000 französischen und deutschen Soldaten aufbewahrt sein. Auf dem Gelände davor ist ein Friedhof angelegt, auf dem 16.000 weiße Kreuze stehen, die nach Nationalität und Glaubenszugehörigkeit der Gefallenen angeordnet sind. Erst wenn man den Anblick dieser Kreuze vor Augen hat, wird einem wirklich bewusst, wie groß die Zahl der getöteten Menschen ist, deren Gebeine im Beinhaus von Douaumont aufbewahrt werden.

    Auf dem Rückweg besuchten wir das Mémorial de Verdun. Direkt nach dem Eingang des Museums wurde uns durch viele Schaubilder und Filme der Ablauf des Ersten Weltkriegs erklärt. Im Museum gab es ebenso eine große Kollektion von historischen Objekten wie Waffen, Uniformen und Fahrzeugen aus dem Krieg. Doch was mich für den Rest meines Lebens schwer belasten wird, sind die „Feldpostbriefe“ der Soldaten. Aus diesen Briefen konnte man die Gedanken der Soldaten an der Front herauslesen. Ein Soldat schreibt über seine Hoffnung, dass der Krieg bald zu Ende geht und er seinen Sohn wiedersehen wird. Ein anderer Soldat beschreibt, unter welch widrigen Umständen sie leben müssen und gleichzeitig zusehen müssen, wie unzählige Menschen, die jünger oder älter sind, qualvoll sterben. Ich finde, dass diese Briefe eine der erschütterndsten Quellen des Ersten Weltkriegs sind, denn daraus kann man lesen, welche Furcht die Soldaten an der Front bei Verdun durchmachen mussten.

    Wir beendeten unsere Exkursion nach einer Wanderung auf einem durch Granateneinschläge übersäten Schlachtfeld bei Verdun.

  • Vor hundert Jahren am Schloss

    Vor hundert Jahren am Schloss

    Jeden Tag sehen wir sie, aber wer weiß wirklich, um was es geht? Die Rede ist von der Gedenktafel im Foyer, die den im Ersten Weltkrieg gefallenen Schülern und Lehrern gewidmet ist. Im Rahmen des Projektes „Schule als Staat“ hat sich eine Gruppe Interessierter mit der Geschichte dieser Tafel beschäftigt und im Stadtarchiv in den alten Akten unserer Schule recherchiert. Dabei hat sich herausgestellt: Die Gedenktafel wurde vor ziemlich genau 100 Jahren eingeweiht.

    Bereits im September 1919, scheint es erste Überlegungen zur Errichtung einer „Ehrentafel“ für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Schüler und Lehrer des „Realgymnasiums zu Mainz“ gegeben zu haben. Auf einer Lehrerkonferenz am 29.9.1919 wurde jedenfalls mitgeteilt, dass ein Verzeichnis über die gefallenen Schüler erstellt werden soll.1
    Im November 1919 verschickte die Direktion einen Brief an alle Eltern, deren Söhne „den Tod für das Vaterland erlitten“. Die Angehörigen wurden darin gebeten, zu bestätigen, dass ihre Söhne zu den Gefallenen zählen. Außerdem wurde zu Spenden für die Gestaltung der Gedenktafel aufgerufen.2
    Bis zum 31.12.1921 gingen 9.790 Mark auf dem zu diesem Zweck eingerichteten Spendenkonto der Mainzer Volksbank ein. Damit konnten die vom Mainzer Bildhauer Lipp veranschlagten Kosten von 23.233 Mark allerdings nicht gedeckt werden. Daher beschloss das Kollegium auf einem eigens dafür einberufenen Lehrerrat am 15. Juli 1922 einstimmig, für 7.000 Mark zu bürgen. Weitere 1.300 Mark wurden von einem neu gegründeten „Konsortium“ garantiert. Dieser Beschluss sollte allerdings „streng vertraulich“ behandelt werden, „um den Sammeleifer nicht zu beeinträchtigen“.3
    Tatsächlich wurde der größte Teil der Kosten für die Tafel von Schülern, ehemaligen Schülern sowie von „Angehörigen der Gefallenen und von Freunden und Gönnern der Anstalt aufgebracht“. Die Stadt Mainz übernahm lediglich die Malerarbeiten.4
    Am Nachmittag des 22. September 1922 wurde die Gedenktafel schließlich feierlich eingeweiht. Anwesend waren der Mainzer Oberbürgermeister und weitere Lokalprominenz sowie Lehrer, Schüler und Ehemalige des damals so genannten Realgymnasiums. Die Festrede hielt Dr. Zulauf, der die Schule von 1918-1933 leitete. 5 Auch in der Mainzer Tagespresse wurde kurz über die Einweihung berichtet.6

    Wer waren die Schüler und Lehrer unserer Schule, denen mit dieser Tafel gedacht werden soll? Was haben sie im Krieg erlebt? Wo kommen sie her? Wo sind sie gefallen? Darüber wollen wir noch mehr herausfinden.

    Auf einer interaktiven Karte sind erste Ergebnisse unserer Recherchen zusammengestellt:
    https://umap.openstreetmap.fr/de/map/gefallene-des-schlossgymnasiums_789861#8/50.796/5.625

  • Ausstellung GEGEN DAS VERGESSEN: Jederzeit gegen Hass, Ausgrenzung und Gewalt stellenSchlossgymnasium übernimmt Patenschaft

    Ausstellung GEGEN DAS VERGESSEN: Jederzeit gegen Hass, Ausgrenzung und Gewalt stellen
    Schlossgymnasium übernimmt Patenschaft

    Eröffnung Ausstellung zu Fotoprojekt „Gegen das Vergessen“ in Mainz am 9. Mai 2019 mit Fotos des Fotografen Luigi Toscano. ; © Staatskanzlei RLP/ Peter Jülich

    „Die Portraits von Luigi Toscano sind eindringlich. Sie erzählen Geschichten, die die Brücke schlagen zwischen theoretischem Wissen und persönlichem Erleben, sie lassen uns mitfühlen und begreifen. Die Ausstellung leistet damit einen einprägsamen Beitrag zu einer für uns Nachgeborene so notwendigen Erinnerungskultur.“ Das unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der Eröffnung der Ausstellung GEGEN DAS VERGESSEN heute in Mainz.

    Die Ministerpräsidentin eröffnete die Ausstellung am Mainzer Rheinufer gemeinsam mit Oberbürgermeister Michael Ebling und dem in Mainz geborenen Fotografen und Filmemacher Luigi Toscano. Sie zeigt rund 50 überlebensgroße Porträtfotos von Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden und heute in den unterschiedlichsten Teilen der Welt leben.

    Die Ausstellung ist Teil des Kultursommers Rheinland-Pfalz. Partner sind die Stadt Mainz, die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz sowie die Staatskanzlei. Die Ministerpräsidentin ist zugleich Schirmherrin der Ausstellung, daher fand die Eröffnung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zu Gast bei Malu Dreyer“ statt. Mit der Reihe stellt die Ministerpräsidentin regelmäßig die Kultur in den Fokus und lenkt Aufmerksamkeit auf besondere kulturelle Projekte mit gesellschaftlicher Relevanz.

    Mehr als 300 NS-Überlebende hat Luigi Toscano für sein Projekt getroffen und porträtiert. Und rund eine Million Menschen haben die Ausstellung GEGEN DAS VERGESSEN bereits besucht, unter anderem in Kiew, New York, Berlin, Washington, und San Francisco. Dass er die Fotoinstallation unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer nun auch in seiner Geburtsstadt Mainz zeigen darf, bedeutet dem Fotografen und Filmemacher sehr viel. „Die Überlebenden sind die Gesichter und die Stimmen der Erinnerungskultur. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft wird es keine Zeitzeugen mehr geben. Rechtspopulisten spekulieren darauf, dass nach und nach auch ihre Geschichten sterben. Mit GEGEN DAS VERGESSEN kämpfen wir dafür, das zu verhindern. Wir müssen die Geschichten und Erinnerungen lebendig halten und alles dafür tun, dass „so etwas“ nie wieder passieren kann“, so Luigi Toscano.

    Ministerpräsidentin Malu Dreyer ergänzte, mit der Erinnerung sei auch das Versprechen verbunden, sich jederzeit entschieden gegen jede Form der Ausgrenzung, Hetze und Gewalt zu stellen. „Wir können Vergangenes nicht ungeschehen machen, aber wir können und müssen uns dafür einsetzen, dass derlei Gräuel nie wieder passieren. Nie wieder dürfen Hass, Verfolgung und Ausgrenzung das politische und gesellschaftliche Denken und Handeln bestimmen. Diese Botschaft transportiert die Ausstellung“, so die Ministerpräsidentin. Erinnerungskultur habe immer eine politische Dimension, lebe aber vor allem vom Engagement derer, die sich aus der Gesellschaft heraus für den Dialog und das Gedenken einsetzen. [su_highlight background=“#f9f976″]Sie dankte deshalb besonders den Schülern und Schülerinnen des Mainzer Schlossgymnasiums, die die Patenschaft für das Projekt übernommen haben und Führungen durch die Ausstellung anbieten. Die Schule ist auch als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet. „Ihr habt euch der Aufgabe gestellt, Gleichaltrigen die Geschichten der Überlebenden zu vermitteln – auf Augenhöhe und in euren Worten. Damit haltet ihr das Gedenken am Leben. Das ist ganz wichtig und deshalb danke ich euch und euren Lehrern und Lehrerinnen sehr herzlich für das große Engagement.“[/su_highlight]

    Michael Ebling, Oberbürgermeister von Mainz, sagte bei der Eröffnung: „Wir blicken beim Betrachten der Porträts von Luigi Toscano tief hinein auch in die eigene dunkle Vergangenheit unserer Stadt, wohl wissend, dass wir aus dem Schatten der NS-Zeit nie heraustreten werden können, dass wir mit diesem Schatten werden leben müssen. Diese Erkenntnis ist bitter. Diese Erkenntnis eröffnet uns aber auch die wichtige Chance, durch die Erinnerung an das, was geschehen ist, unsere Gegenwart und unsere Zukunft verantwortungsbewusst und weiterhin demokratisch zu gestalten.“

    „Wie war es möglich, dass ein ganzes Land die Nazi-Barbarei zulassen konnte? Das interessiert auch heute noch eine stetig steigende Zahl von Menschen. Mit unseren beiden KZ-Gedenkstätten in Osthofen und Hinzert, aber auch mit der Unterstützung der Ausstellung von Luigi Toscano kommen wir diesem Wunsch der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit gerne nach“, sagte Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung. Die Ausstellung zeige, wie wichtig Erinnerung ist. „Wer das Grauen der Vergangenheit kennt, tritt denen früh entgegen, die heute ganze Menschengruppen ausgrenzen oder ihnen gar das Menschsein absprechen.“

    Luigi Toscano präsentiert die Porträts an zentralen Orten, die für alle zugänglich sind und den Alltag der Menschen berühren, etwa Parks, Plätze oder Häuserfassaden. Am Mainzer Rheinufer kann die Ausstellung bis zum 10. Juni besucht werden.[su_highlight background=“#f9f976″] Führungen bieten die Schüler und Schülerinnen des Schlossgymnasiums am 14. Mai vormittags, 15. Mai nachmittags, 28. Mai nachmittags sowie am 29. Mai vormittags und nachmittags an. Anmeldungen werden in der Pressestelle der Staatskanzlei unter 06131-164720 sowie Anmeldung.Fuehrungen(at)stk.rlp.de entgegen genommen.[/su_highlight]

    Quelle:https://www.rlp.de/de/aktuelles/einzelansicht/news/detail/News/ausstellung-gegen-das-vergessen-jederzeit-gegen-hass-ausgrenzung-und-gewalt-stellen-1/

  • Ausstellung:„Mainzer Gastarbeiter der ersten Generation“

    Ausstellung:
    „Mainzer Gastarbeiter der ersten Generation“

    Zwei Jahre erarbeiteten sich 13 Schülerinnen und Schüler des diesjährigen Abiturjahrganges gemeinsam mit zwei Lehrern unserer Schule, Herrn Hawner und Frau Zehendner, in einem Projekt die Biografie verschiedener nach Mainz gekommener Gastarbeiter in den 50er bis 70 er Jahren.

    Neben interessanten Interviews der Schüler mit den Gastarbeitern der ersten Generation sind dabei auch 11 Ausstellungstafeln entstanden, die über die Geschichte der ersten Gastarbeitergeneration im Allgemeinen informiert. Diese und die Videoaufnahmen wurden von einer Arbeitsgruppe des Stadthistorischen Museums Mainz sowie des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. (Dr. Hedwig Brüchert, Dr. Ute Engelen, Sarah Traub, Maximilian Wegner) erstellt. Übergeordnete Projektleitern war Frau Nurhayat Canpolat, die die Kontakte zu den Gastarbeitern der ersten Generation herstellte. In einem zweiten Arbeitsschritt entstanden Interviews mit den AG Mitgliedern selbst und deren Mitschülern, die heute tw. die dritte Generation der Angehörigen dieser ehemaligen Gastarbeiter bilden.

    Die daraus hervorgegangene Wanderausstellung, die noch an verschiedenen Orten in Mainz zu sehen sein wird, ist noch bis zum 17. Mai 2019 in den Räumen des Gymnasiums ausgestellt, das allerdings in der Zeit vom 18.4.-2.5.2019 geschlossen ist. Weitere Ausstellungsorte entnehmen Sie bitte folgendem Link: https://www.stadtmuseum-mainz.de/sonderausstellungen/fruehere-sonderausstellungen/mainzer-gastarbeiter-der-ersten-generation-2018-2019.html

    Verlinkung zu den Zeitungsartikeln möglich auf unserer Seite „Geschichte“ https://gaks.holl-it-services.de/geschichte/

  • „Zwei Heimaten, eine so schön wie die andere“: Für die Ausstellung im Stadthistorischen Museum führen Schüler des Schlossgymnasiums lange Video-Interviews mit Zeitzeugen

    „Zwei Heimaten, eine so schön wie die andere“: Für die Ausstellung im Stadthistorischen Museum führen Schüler des Schlossgymnasiums lange Video-Interviews mit Zeitzeugen

    [su_column size=“1/2″ center=“yes“]Die Wanne hängt an der Wand, die Kleidung trocknet in der Küche – die Wohnverhältnisse waren für die Gastarbeiter lange Zeit sehr einfach. Es war schwer, eine Wohnung zu bekommen.
    Foto: Klaus Benz
    [/su_column]

    Ausstellung über Gastarbeiter der ersten Generation

    von Michael Bermeitinger

    MAINZ, 27.10.18 – Sie waren nicht allein, und dennoch war die Einsamkeit lange Zeit ihr treuester Begleiter – die Gastarbeiter der ersten Generation. Das Zurücklassen der Familie, die unendlich weit entfernte Heimat konnten auch die Schicksalsgenossen in den Wohnheimen nicht auffangen. Was die Menschen aus Italien, der Türkei, Portugal oder dem damaligen Jugoslawien für Ziele hatten, als sie sich auf den Weg ins ferne Mainz machten, welche Probleme sie hier hatten, was sie heute denken – dem widmet sich die Ausstellung „Mainzer Gastarbeiter der ersten Generation“, die ab Sonntag im Stadthistorischen Museum auf der Zitadelle zu sehen ist.
    Jene schweren Jahre sind fast in Vergessenheit geraten, „und lange wird es nicht mehr gelingen, Zeitzeugen jener ersten Generation zu finden“, sagt Museumsleiterin Dr. Ute Engelen. Dass die 50 und mehr Jahre zurückliegenden Erinnerungen bewahrt werden, ist auch einer Arbeitsgruppe des Schlossgymnasiums zu verdanken: Dreizehn Schüler, die teilweise selbst aus Gastarbeiterfamilien stammen, erarbeiteten sich zwei Jahre lang das Thema, führten Interviews mit Zeitzeugen, die nicht nur in die Texte der Ausstellung einflossen, sondern auch als Film in der Schau zu sehen sind.
    „Unser Ziel war immer, so schnell wie möglich zurückzukehren“, sagt Katica Vranesaṧ aus Kroatien in ihrem Interview, während sich Yilmaz Atalay erinnert, was für ihn das schlimmste Erlebnis war: „Die Wohnungssuche.“
    Wohnen, Arbeiten, Schule, Migrantenorganisationen und Integration sind die wichtigsten Themen der Ausstellung. „Sie soll auch zeigen, welchen Beitrag die Gastarbeiter hier geleistet haben“, sagt Projektleiterin Nurhayat Canpolat, „und auch unter welchen Umständen.“
    „Knigge für den Umgang mit ausländischen Mitarbeitern“
    Einige der Interviewten haben auch kleinere Gegenstände zur Verfügung gestellt, die sie mit der damaligen Zeit in Verbindung: die erste Winterjacke des Lebens, weil man in der Heimat ja nie eine gebraucht hatte, die Tasche, in der man sein Pausenbrot mit zur Arbeit nahm, den Pass oder die Legitimationskarte. Ein wertvoller Beitrag zur Schau sind auch die Fotos des früheren AZ-Fotografen Klaus Benz, die er in den 70ern vom Leben der Gastarbeiter in Mainz anfertigte. Spannend aber auch Dokumente wie der „Knigge für den Umgang mit ausländischen Mitarbeitern“ der Schottwerke von 1965. „Achten Sie seine nationalen und religiösen Gefühle und seien Sie tolerant gegenüber seinen Landessitten“ oder „Laden Sie ihn dann und wann in ihren Familienkreis ein – denn Familienleben entbehrt er in der Fremde am meisten …“

     


    [su_column size=“1/2″ center=“yes“]Gastarbeiter laden um 1974 in der Mombacher Straße unterhalb der Hochbrücke ihre Koffer ab, die per Lkw vom Bahnhof zum Wohnheim gebracht worden waren.
    Foto: Stadtarchiv Mainz
    [/su_column]
    Quelle: https://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/mainz/nachrichten-mainz/ausstellung-uber-gastarbeiter-der-ersten-generation_19147483

    [su_box title=“Informationen zur Ausstellung“ box_color=“#d1d3d7″ title_color=“#ffffff“ radius=“7″]

    • Mainzer Gastarbeiter der ersten Generation in Zusammenarbeit mit dem Schlossgymnasium Mainz und dem Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Uni Mainz
    • Ort: Stadthistorisches Museum, Zitadelle, Bau D, unterhalb Drususstein
    • Geöffnet: Sa und So 11 bis 17 Uhr, Fr 14 bis 17 Uhr; Gruppen und Führungen nach Absprache
    • Begleitheft zur Ausstellung ist im Museum erhältlich
    • Weiter informationen unterwww.stadtmuseum-mainz.de

    [/su_box]

  • AZ MainzGeschichte der Gastarbeiter – Ausstellung auf der Zitadelle in Zusammenarbeit mit dem Schlossgymnasium

    AZ Mainz
    Geschichte der Gastarbeiter – Ausstellung auf der Zitadelle in Zusammenarbeit mit dem Schlossgymnasium

    Die nächste Ausstellung im Stadthistorischen Museum auf der Zitadelle „… ist thematisch sehr aktuell – es geht um die erste Generation der Mainzer Gastarbeiter in den 50er und 60er Jahren und deren Aufnahme damals. Das Neue: Die Schau ist eine Zusammenarbeit mit dem Schloss-Gymnasium.

    Hintergrund der Kooperation war die Bewerbung um eine Projektförderung der Bundeskulturstiftung, und eine der Voraussetzungen sei die Zusammenarbeit mit einer Schule gewesen, so Dr. Peter Lautzas, 1. Vorsitzender des Fördervereins des Stadthistorischen Museums. Leider habe sich die Stiftung für andere Projekte entschieden, die Idee der Ausstellung habe man aber gemeinsam mit der Schule weiter betrieben – auch wenn das Fördergeld ausblieb.

    Die Schüler sprachen mit Gastarbeitern aller Nationalitäten der ersten Stunde, aber auch mit Mitschülern, die aus der Enkelgeneration stammen. Die gefilmten Gespräche werden bei der Ausstellung ebenso zu sehen sein wie viele Fotos aus jenen Jahren.
    Das Besondere liegt in Vitrinen, wie Dr. Hedwig Brüchert, Geschäftsführerein des Fördervereins, schon verrät: ‚Die Schüler haben jeden der älteren Interviewten um ein Objekt gebeten, das die Befragten mit der damaligen Zeit in Verbindung bringen.‘ “

    Quelle: AZ Mainz – Printversion vom 06.09.18
    Autor: Michael Bermeitinger

  • Empfang US-amerikanischer Gäste am Schlossgymnasium

    Empfang US-amerikanischer Gäste am Schlossgymnasium

    Am 12.06.2017 besuchten uns eine Delegation von 16 amerikanischen Sozialkunde-, Geschichts- und Erdkundelehrerinnen und Lehrer aus Gymnasien, Gesamt- und Grundschulen. Die Gäste wurden zunächst von unserer Schülervertretung über die Projekte Schule als Staat, Schlosspaten und Fair Trade Schule informiert. Mehrere Schülerinnen und Schüler präsentierten dabei in englischer Sprache und diskutierten mit den sehr interessierten Damen und Herren. Im Anschluss hospitierten die amerikanischen Lehrerinnen und Lehrern in unterschiedlichen Unterrichtsstunden.

    Sehr interessierte Gäste aus den USA

    Gekonnte Moderation der Diskussionsrunde durch Schülerinnen und Schüler des Englisch-LK 12

    Den Ausklang des Besuchs bildete ein Erfahrungsaustausch zwischen Lehrerinnen und Lehrern unserer Schule und den Gästen. Diskutierte Themen hierbei waren die unterschiedlichen Schulsysteme, Unterrichtskonzepte und außerunterrichtliche Projekte mit dem Schwerpunkt der politischen und demokratischen Bildung.

    Der Besuch am Schlossgymnasium ist Teil einer Studienreise für Lehrerinnen und Lehrer aus unterschiedlichsten Schulformen. Die Gruppe wird sich zu Gesprächen in Mainz, Frankfurt, Geisa, Friedland, Leipzig und Berlin aufhalten.

    Dieser Studienaufenthalt, von denen in jedem Jahr sechs angeboten werden, ist Teil des Transatlantic Outreach Programm, einer Gemeinschaftsinitiative des Auswärtigen Amtes, der Robert-Bosch-Stiftung, der Deutschen Bank und des Goethe-Instituts. Zweck der Reise ist es, ausgewählten Lehrerinnen und Lehrern und Bildungsexperten ein lebendiges und vielschichtiges Bild unseres Landes zu vermitteln, um das moderne Deutschland als Vergleich und Kontrast in den Schulunterricht einbeziehen zu können. Der Schwerpunkt des Aufenthaltes liegt dieses Jahr auf den Themen Demokratieerziehung, Bildung und gesellschaftliche Vielfalt.

    [su_box title=“Zum Hintergrund des Besuchsprogramms“ style=“soft“ box_color=“#1a4bc7″ title_color=“#ffffff“ radius=“7″]
    Hintergrund des Besuches ist die Problematik, dass in den USA fast in allen Bundesstaaten der gesellschaftswissenschaftliche Unterricht entweder gestrichen oder stark gekürzt wurde. Um dieser dramatischen Entwicklung Einhalt zu gebieten, gibt es in den USA eine Gegenbewegung der sogenannten „Social Studies“, die vom Goethe-Institut sowie namhaften Firmen wie Bosch und der Deutschen Bank mit der finanziellen Förderung amerikanischer Lehrerinnen und Lehrer mit geisteswissenschaftlichem Schwerpunkt unterstützt wurde. Aufgabe der Lehrerkommission, die vorher sehr sorgfältig vom Veranstalter ausgewählt worden war, ist es, den Umgang Deutschlands mit den geisteswissenschaftlichen Fächern in allen Schulformen zu studieren und nach der Rückkehr in die USA einen Lehrplan dazu zu entwickeln. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen aus allen Bundesstaaten und mussten im Vorfeld viele Prüfungen bestehen, um an der Reise teilnehmen zu können.
    Wir zeigten ihnen nach einem Vortrag über SAS drei Unterrichtsstunden in Sozialkunde-Bilingual und Geschichte-Bilingual (Klassen 6 und 9) und erklärten anschließend unsere didaktischen und methodischen Vorgehensweisen.
    Insgesamt war die amerikanische Delegation sehr begeistert von unserer Demokratieerziehung und unserer Art und Weise, Geschichte und Sozialkunde zu unterrichten und bezeichnete den Besuch bei uns als das bisher bereicherndste Highlight ihrer Rundreise durch Deutschland und seine Schullandschaft.

    [/su_box]

  • Die Gastarbeiter der ersten Generation im Dialog mit Jugendlichen von heute

    Die Gastarbeiter der ersten Generation im Dialog mit Jugendlichen von heute

    Dokumentation von Erinnerungen als Teil der Mainzer Stadtgeschichte
    Eine Oberstufen-AG aus rund fünfzehn Schülerinnen und Schülern unterschiedlichster Herkunftsländer führt seit Herbst 2016 in Zusammenarbeit mit Frau Canpolat und Dr. Ute Engelen vom Stadthistorischen Museum und dem Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. Interviews mit in Mainz lebenden ehemaligen Gastarbeitern durch. An der Schule wird das Projekt betreut von Frau Zehender und Herrn Hawner.

    Hierbei werden zum einen die Erfahrungen und Lebenswege, Hürden und Erfolge der Integration der Gastarbeiter nachgezeichnet, die zu unterschiedlichen Zeiten und aus verschiedenen Ländern nach Mainz kamen. Zum anderen sollen diese Biographien auch in Bezug zu heutigen Migrationserfahrungen, v.a. unserer Schülerinnen und Schüler und der AG-Teilnehmer gesetzt werden.

    Beides soll im kommenden Jahr in Form einer Wanderausstellung dokumentiert und von unseren beiden Kooperationspartnern wissenschaftlich begleitet und ausgewertet werden.

    Ehrungen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der „Gastarbeiter-AG“ durch Herrn Hawner am 30.06.17