Wie bereits vor zwei Jahren kam es in diesem Jahr erneut zu einer Zusammenarbeit des Ethikkurses von Herrn Deierling der Klassen 10a, b und e und dem Arbeitsbereich Bildung im Römisch-Germanischen Zentralmuseum – Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie in Mainz.
Die Frage, wie der Mensch zu Wissen über die Welt gelangt und in welchen Kategorien dieses Wissen organisiert und konstruiert wird, stand im Zentrum der gemeinsamen Überlegungen bei unserem Vortreffen. An eben dieser Schnittstelle berühren sich nämlich Geschichtswissenschaft, respektive Archäologie, und Philosophie: in der philosophischen Erkenntnistheorie stellen wir die Fragen „Was kann wissen?“ oder auch „Was ist wahr?“ Wie also ist es möglich, möglichst objektiv über Wissen zu verfügen?
Ein erster Weg zu der Beantwortung dieser Frage im Bereich des täglichen Lebens bietet die menschliche Wahrnehmung, die sich alsbald jedoch als selektiv, subjektiv und Umständen auch als trügerisch herausstellt. Ethische Bewertungen und Stellungnahmen können aber nur dann gelingen, wenn sie auf verlässliche Informationen zurückgehen. Heutzutage sind damit am ehesten „Fake-News“ gemeint sind, die den Menschen ganz orientierungslos zurücklassen können. Es sollte sich herausstellen, dass ein Blick in die Arbeitsweise der Archäologie hier von großem Nutzen sein kann, beschäftigt diese sich doch mit der Identifikation und Einordnung von historischen Objekten. Der als Stationenlernen organisierte, dreistündige Workshop am 21.06. 2022 zur aktuellen Ausstellung im Schifffahrtsmuseum hatte zum Ziel, genau solche Wissenskategorien von Gegenständen auszuleuchten und zu überlegen, ob diese Kategorien heute noch aktuell und von Interesse sind.
Nach einer kurzen Einführung durch die Referentinnen und Herrn Deierling stellten die Schülerinnen und Schüler zu Beginn des Workshops eigens mitgebrachte Gegenstände vor, die ihnen von Bedeutung sind oder mit denen sie eine Geschichte verbinden. Auch die Archäologie gelangt über Wahrnehmung von Gegenständen zur Deutung von Ereignissen und versucht, historische Schlussfolgerungen zu ziehen, indem sie Objekte genau untersucht. Sie lehrt uns eine genaue und geduldige Beobachtung, die den Umstand vertragen muss, immer wieder Beobachtungsfehlern zu unterliegen und diese im Kontext der Geschichte möglicherweise korrigieren zu müssen.
An der ersten Station des als Stationenlernen organsierten Workshops untersuchten die Schülerinnen und Schüler Grabsteine bzw. Sarkophagen und erhielten ein breites Spektrum an Informationen zu Heimat und Biografie der jeweiligen Personen. Es folgte an Station 2 eine genauere Beschäftigung mit Ampullen, Repliken von medizinischen Geräten und einem Weihealtar, der die Einstellungen der Menschen zu Glaube und Wissen offenbarte. Die folgende Station zeigte, welches Potential den Exponaten als Erinnerungsträger oder gar Denkmäler zukommen kann. Zuletzt beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit Gegenständen (wie etwa Kleidung), durch die persönliche und gemeinschaftliche Zugehörigkeit von Menschen zum Ausdruck kommt.
So erfuhr die Gruppe aus einer archäologisch-philosophischen Perspektive anhand sorgfältig ausgesuchter Exponate, dass darin Geschichten über Krieg, Glaube, gesellschaftliche Zustände oder gar persönliche Einstellungen schlummerten. Die ethische Bedeutsamkeit von sehr alten Exponaten zeigt sich nun genau hier: indem wir erfahren, wer Menschen waren, wie Menschen lebten und dachten, können wir daraus etwas für die Zukunft lernen: wollen wir es genauso machen oder eben nicht. Durch den Blick in die Vergangenheit spitzt sich die Frage für unsere Lebenspraxis zu: wie wollen wir eigentlich leben? Hier zeigt sich die Bedeutsamkeit der Geschichtswissenschaft im Allgemeinen, denn nur unter Einbezug des Alten kann das Neue sinnvoll geschaffen werden.
Als Abschluss des Workshops gaben sich die Schülerinnen und Schüler einem Gedankenexperiment hin: Wenn die Welt zunehmend virtuell geprägt ist und sich „entmaterialisiert“, wie werden Menschen in ferner Zukunft auf unsere Zeit zurückblicken können? Wie werden sie erinnern können? Diese Frage wurde kontrovers diskutiert und führt uns letztlich wieder zurück ins Klassenzimmer, wo wir vor dem Hintergrund einer archäologischen Wissenschaftspropädeutik die Chancen und Risiken einer wachsenden digitalen Welt unter die Lupe nehmen wollen. Wir danken den museumspädagogischen Mitarbeiterinnen Frau Dr. Antje Kluge-Pinsker und Frau Fadia Abou Sekeh für die wiederholt sehr fachkompetente und freundliche Anleitung unseres Ethikkurses.
Thomas Deierling






Bei dem Vortrag wurden Informationen zu aktuellen Erkenntnissen rund um die Krankheit Anorexie (Magersucht) sowie aktuell empfohlene Therapieansätze angesprochen. Es wurden wesentliche Kommunikationsschnittstellen und -methoden zwischen Eltern und Ärzten/ Schule, sowie konkrete Maßnahmen für den Alltag erläutert. Zugleich wurden relevante Themen wie Prävention, gesunde Ernährung, Sport, Bodyimage, Einfluss sozialer Medien, Mythen versus Fakten behandelt. Es wurde aufgezeigt, warum Magersucht lange übersehen wird und welche erste Warnzeichen (Sport und Verhalten/ körperliche Warnzeichen) es gibt.
Als weiterführende Information wurde folgende Literatur empfohlen:
Zuerst erläuterte Herr Drotschmann den Begriff Fake News bzw. Falschmeldungen. Hierunter fallen Informationen in Form von Texten, Fotos oder Videos, die absichtlich verbreitet werden aber nicht der Wahrheit entsprechen. Sie sind mit unbewiesenen Behauptungen gespickt und beziehen sich auf nicht oder nicht auf diese Weise geschehene Ereignisse oder Handlungen. Danach ging er auf die Verbreiter von Fake News und deren Absichten ein. Das Ziel von Fake News ist es zu manipulieren. Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe. Als Verbreiter nannte er Gruppierungen oder Einzelpersonen, die durch gezielte Falschmeldungen versuchen, ihre Interessen durchzusetzen (z.B. Lobbyisten und Wirtschaftsverbände). Außerdem Menschen, die damit Geld verdienen wollen (z.B. durch clickbaits), Geheimdienste oder staatliche Institutionen (z.B. das Land China durch Betreiben von Propaganda) sowie durch Leute, die sich einfach nur einen Spaß erlauben, um zu sehen, wer darauf hereinfällt. Anschließend stellte er drei Methoden vor, die beim Erkennen von Fake News hilfreich sein können. Hierunter fallen die Recherche, die Quellenanalyse (insbesondere die Überprüfung der Quellen auf ihre Echtheit hin, wer ist der Urheber der Quelle und was ist über ihn bekannt bzw. für was ist er anderweitig noch bekannt) sowie die Bilderrückwärtssuche auf Google. Mit Hilfe der Bilderrückwärtssuche lässt sich die Quelle und damit auch Ort und Datum der Aufnahme und das tatsächlich abgebildete Geschehen ermitteln. Oftmals wird behauptet, dass die gezeigten Aufnahmen ein bestimmtes Ereignis an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit darstellen sollen, obwohl es alte Aufnahmen von einem ganz anderen Geschehen sind. Des Weiteren erläuterte er, dass mit Aufklärung und mehr Medienbildung schon wirksam gegen Fake News vorgegangen werden kann. Zum Schluss folgte noch eine allgemeine Fragerunde.










